Briefe
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An Peter Misch
Hallo Herr Misch,
ich habe aus Gesprächen mit A. M. aus Köln von Ihnen erfahren. Ich bin nichtkatholischer Christ und habe -wie Ihnen sicher bekannt ist- den A. nach urchristlich biblischer Weise getauft. Also durch Untertauchen des ganzen Körpers.
Natürlich freue ich mich zunächst, wenn man, in reger Weise, nun von verschiedenen Seiten um das Seelenheil des A. bemüht ist. Das ist an sich nicht schlecht, wenn deutliche Anzeichen vorliegen, dass ein Bruder in eine falsche Richtung zu laufen droht. Wie ich aber erfahren habe, wollen Sie durch durch gewisse Hinweise dem A. unterstellen, daß er den Ruf Jesu (noch?) nicht vernommen habe. Sie schicken ihm Bilder1, die Ihrem Glauben entsprechen.
Wissen Sie, warum erklären Sie dem A. nicht einfach anhand der Bibel, in welcher Hinsicht er irrt bzw. er sich an Gott versündigt. Jeder Mensch, der sich zu Christus bekennt und sich taufen lässt ist zuallererst ein Bruder bzw. eine Schwester. Sollten sich da auf einer Seite Irrtümer einschleichen bzw. verstockt einer gegen Gottes Gebote sein Herz, kommt es zunächst zu klärenden Gesprächen, die vom Leichten beginnend zum Schwierigen hinführen.
Gott hat uns dazu ein Fundament gegeben: Die Bibel.
Natürlich weiß ich, dass der Feind Gottes aus dieser Bibel herausphilosophiert, was er will, so entstehen ja Irrlehren, und wir wissen sicherlich beide, dass dieser Umstand von Anfang an einerseits, und seit der konstantinischen Wende im 4. Jahrhundert andererseits in besonderer Weise zu heftigen innerkirchlichen Spannungen geführt hat.
Dies alles ist in unserer heutigen Zeit nicht in kürzester Frist verstehbar, besonderes da die Glaubenswerte zerstört, die Gesellschaftsordnung zerrüttet und etliche glaubenshistorische Aussagen fast verschüttet sind.
Daher ist es doch mehr als lobenswert, wenn ein Bruder nach der Richtlinie „Allein die Schrift" nebst Gebet und Gotteslob seinen Glaubensweg gehen will. Wie denn sonst? Oder lenkt Gott den Gläubigen, der es ehrlich meint, nicht durch seinen Heiligen Geist? Vielleicht in Ihre Kirche, wenn es biblisch wäre.
Bitte sprechen Sie daher keinem Christen sein Christsein allzufrüh ab, nur weil er nicht in der römisch-katholischen Kirche oder einer ihrer Spaltungen ist.
Spaltungen sind leider nötig, auch wenn die Einheit der Gemeinde als Ideal im Raum steht, da eine Einheit auf Kosten der Wahrheit² dauerhaft nicht infrage kommt, nicht wahr? Jüngst lernte ich einen Sedisvakantisten kennen, der im Gespräch zuerst die Grüppchen und Gruppen im der Christenheit kritisierte, selbst aber durch seine Mitgliedschaft bei den Sedivakantisten kundtut, dass alle Einheit schnell ein Ende hat, wenn gottlose Kirchenführer das Heft in die Hand bekommen (z.B. durch die letzten beiden vatikanischen Konzile). Es ist nicht einzusehen, dass die gleiche Denkweise früher Sünde gewesen sein soll!
Einige trennen sich von ihrer Kirche wegen einem einzigen Wort was Maria betrifft, wegen einer Konzilsentscheidung! Wie können die gleichen Leute meinen, Urchristen sollten in die Bilderkirche, in die Philosophenkirche, in die „Pontifex Maximus"- Kirche eintreten?
Ich verbleibe mit dem Bibelvers: Jesus Christus der Gleiche gestern, heute und in Ewigkeit
Gottes Segen.
1 Ich kann allerdings Ihre
Meinung, das Bild sei nicht von Menschenhand gemacht, nicht teilen. Es ist allerhöchstens, wenn das stimmen würde, nicht von Menschenhirn erdacht! Solche verbalen Tricks sind nicht
vertrauenserweckend. Was wollen Sie eigentlich damit erreichen? Ein Christ hat vorrangig Interesse am Wort Gottes sodass provokative Bildersendungen kein Mittel zur Kommunikation ist. Denn
Christen sind ja Jünger des "Wortes" (Logos).
² Daher ist ja richtigerweise jeder Gedanke an Ökumene zu verwerfen
Tags: katholisch, Christ, Bibel, Bilder, Marienverehrung, Sedisvakantismus, Häretiker, Kirche, Misch


