Briefe
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An Peter Misch 2
Köln, 18.10.2005
Lieber Peter Misch,
zuerst viele Grüße im Herrn und danke für den Brief vom 15.10. , den mir A. M. heute gegeben hat.
Das D u nehme ich hiermit an, da ich davon ausgehe, dass du es brüderlich und nicht kirchenväterlich als Rangordnung gemeint hast.
Obwohl ich keine Detailantwort schreiben möchte -kann ich ja auch nicht, da dein Brief keine Details zur Debatte stellt- würde ich gern eins ansprechen:
Ich denke schon, dass der Satz „Dass Du den Ruf Jesu hörst
...und ihm folgst." (Postkarte) dem A. sagen sollte, er habe den „Ruf leider (noch) nicht gehört. Ich kann von daher die Abwehrreaktion im ersten Absatz deines Briefes nicht verstehen, besonders da auch keine Frage damit verbunden war, wie ich daraufkäme.
Ich sollte zuerst mal etwas bestimmtes klären, bevor man sich zu einem längeren Gespräch trifft.
Natürlich bin ich auch ein katholischer1 Christ; eben nur kein römisch - katholischer, sondern eben ein Urkatholischer. Das Wort „katholisch" ist hier ebenso unwichtig wie evangelisch, pfingstlich, baptistisch usw. obwohl diese Begriffe durchaus jeweils eine Berechtigung hätten.
Was will ich damit sagen? Dass das urkatholische Christentum unterwandert wurde von gnostischen, epikureischen Kräften (heute Freimaurer genannt), die dann durch sog. „Konzile" die Glaubenswahrheiten aushebelten und ins Gegenteil verkehrten. Spätestens ab dem 7. ökumenischen Konzil (2.Konzil von Nizäa) Ende des 8. Jahrhunderts konnte kein Christ mehr in dieser Kirche bleiben. Aber auch die anderen 6 Konzile stimmten nicht mit der Urlehre überein.
Ist es das Recht und die Pflicht eines Christen, die ecclesia, die Gemeinde, zu verlassen, wenn durch verkehrte Konzile Irrlehre in grober Form überhand nimmt? Ich denke, ja. Gerade ein Sedisvakantist hat für diese Haltung besonders Verständnis!
Genau dies ist auch früher schon passiert, als Konstantin „der Große" die Gemeinderegeln und Gottes Gebote in römische Sitten umwandelte. (Gründung der Gegenkirche unter dem Deckmantel eines Friedensschlusses und die damit verbundene Verunglimpfung der urkatholischen Christen.) Und wenn einem Kirchenlehrer oder Bischof das nicht passte, wurde er exkommuniziert und der Gemeinde verwiesen, wenn nötig durch kaiserlichen Erlass! Oder glauben wir allen Ernstes, Rom hätte plötzlich klein-beigegeben, weil unsere Glaubensvorbilder als Märtyrer so standhaft waren? Schon für das 4. Jahrhundert gelten deine Worte aus deinem Brief:
„...die eben nicht mehr die Kirche Christi ist, sondern ein Ableger der Synagoge Satans, während die Kirche Christi selbst nur noch im Untergrund und in der Zerstreuung lebt."
Was aber die richtige Kirche ist, kann nur durch die Heilige Schrift geklärt werden. Dafür hat Gott sie uns ja gegeben und den Aposteln und Propheten durch den Heiligen Geist inspiriert. Jede Berufung auf neue, dem (alten) Weg widersprechenden, ihn ad absurdum führenden Lehren sind zuallerst unter der Maßgabe der Schrift abzuweisen.
Hier: Hebräerbrief 13, 8 und 9
Jesus Christus ist derselbe gestern, heute und in Ewigkeit.
Lasst euch nicht durch mancherlei fremde Lehren irreführen;
Natürlich meine ich, wenn ich mich auf die Bibel berufe, keinen dümmlichen Buchstabismus, der ohne Leitung des heiligen Geistes irgendwelche -kontextlose- Ideen spinnt, siehe Zeugen Jehovas oder auch die Freikirchen, denen das Wort Gottes völlig abhanden gekommen ist (Halleluja-Christentum mit Rockmusik, Hass auf strenge allgemeingültige Regeln usw.).
Natürlich ist die Schrift auch oft schwer zu verstehen, was von den Ungelehrigen -also die nicht lernen wollen, - siehe 2. Petrusbrief 3 zur Verdrehung ausgenutzt wird.
15 Seid überzeugt, dass die Geduld unseres Herrn eure Rettung ist. Das hat euch auch unser geliebter Bruder Paulus mit der ihm geschenkten Weisheit geschrieben;
16 es steht in allen seinen Briefen, in denen er davon spricht. In ihnen ist manches schwer zu verstehen und die
Unwissenden, die noch nicht gefestigt sind, verdrehen diese Stellen ebenso wie die übrigen Schriften zu ihrem eigenen Verderben.
Natürlich meine ich immer „im Gebet" und unter Führung des heiligen Geistes!
Wer aber hat den? Also eine bestimmte Kirche kann nicht für die Auslegung zuständig sein, dieses Privileg würde dann ja auch eine falsche Kirche für sich beanspruchen, die sich ja als „wahre Kirche" hinstellen würde. Und was ist das : die Kirche ? Das Haus? Die Meldeadresse? Die, die Erlaubnis vom Kaiser haben? Die die meisten Mitglieder haben? Die die Bibel übersetzt haben?
Wir müssen schon das Wort achten: "Wo zwei oder drei in meinem Namen..." Niemand ist hier auf dieser Welt „die Kirche", es sei denn, dort würde in ehrlichster und unphilosophischer Art das Wort Gottes akzeptiert. Mit Liebe zum Urtext, in brüderlicher Weise im Gebet, jedes fabulieren ablehnend, Jesus als den einzigen Mittler anerkennend, und nicht, wie im katholischen Katechismus, Maria als Mittlerin4 bezeichnen! Tim. 2,5!
Die Schrift ist nicht auch die Schrift der Suchenden? Gut, aber sie will auch die Suchenden ansprechen, oder? („Heute, wenn du seine Stimme hörst, verstocke dein Herz nicht", Hebräerbrief)
Du schreibst: „Der Glaube kommt aus der richtigen Auslegung". Das ist kein guter Satz deines Briefes und ich nehme an, du hast ihn aus Versehen verdreht. Es muss heißen: „ Die richtige Auslegung kommt aus dem Glauben." Denn zuerst war der Glaube, als uns Gott berührte und uns rief, dann war die Erkenntnis, dass die Bibel Gottes Wort ist, daher erkennen wir ja, welche Bücher von Gott stammen, z.B. nicht die Apokryphen. Auch Abraham glaubte recht und hatte doch keine Schrift. Und er wendete sich von den Götzendienern ab und folgte nicht den Wegen seines Vaters, der sie anfertigte.
Gott hat uns Sprache geschenkt und eine Logik. Das heisst zunächst, dass fundamentale Aussagen auch ohne den heiligen Geist verstanden werden. „Du sollst nicht" kann nicht bedeuten:"Du darfst doch", oben heißt nicht unten, ewig nicht endlich, böse nicht gut usw. Das kann jeder Deutschlehrer. Wort heißt nicht Bild, sich vor etwas hüten heißt nicht, sich damit beschäftigen. Sonst brauchten wir ja als Kinder nicht in die Schule gehen um Deutsch zu lernen.
Ein sinnvolles Gespräch sollte und darf sich nur am Wort Gottes orientieren und nicht an den Philosophie-Scribenten, die man Kirchenväter nennt. Jedes Gezerre um die römischkatholische Lehre ist mir zuwider und raubt mir die Zeit für Wichtiges. Übrigens: warum bekommt A. keine klare Antwort auf seine Frage, was die Urchristen denn falsch gemacht haben. Und Konstantin: Kann ein Ungetaufter eine Kirche leiten? Wie würdest du reagieren, wenn in der Papstkette ein Ungetaufter wäre. Warum hatten die Gegenpäpste keine Vollmacht von Gott und wer bestimmt denn, wer Papst wird, siehe auch heute seit 1. u. 2. Vatikanisches Konzil.
Wenn uns etwas verbindet, dann nur die Bibel in obengenanntem Sinn, denn „Was ist Wahrheit?" Ich bitte daher, auf Gespräche mit anderer Motivation zu verzichten.
Gottes Segen auch dir,
P.S. Wenn du dem A. helfen willst, sich im Gewühle und Gezerre zwischen den Lehren zurechtzufinden, wenn du ihn für deine Wahrheit gewinnen möchtest, wirst du dir die Zeit nehmen müssen, auf alle vorgetragenen Einzelfakten einzugehen. Und „alle" heißt ja „alle".
Tags: Christen, katholisch, Bibel, Auslegung, Gegenkirche


