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An Peter Misch 6

Auf Kritik, dass keine Kirche permanent sichtbar gewesen sei, als nur die Katholische...

 

An Peter Misch

 

Über die Sichtbarkeit der Gemeinde Christi

Lieber Peter Misch,

zunächst herzliche Grüße in Jesus Christus, unserem Erlöser.

Wir leben heute in einer Zeit, in der Satan anscheinend vollends in alle Gemeinden gefahren zu sein scheint. Freimaurerische Führer verbreiten in den Gemeinden ihren Hass gegen die Wahrheit und stellen dies noch als Evangelium hin! Deshalb möchte ich - wenn möglich -eine brüderliche Klärung im Sinne Jesu wagen. Da es sein kann, dass sich in der Frage der Sichtbarkeit der Kirche ein Missverständnis eingeschlichen hat, möchte ich gern dazu ein paar wenige Worte finden. Besonders, da A. überzeugt ist, dass er in einem Telefongespräch mit dir diesbezüglich einem Denk- oder Blickwinkelfehler aufgesessen war. Er hat mir das erzählt (auch hier zeigt sich, wie so oft, dass das Telefon ein ungünstiges Medium für Klärungen ist).

Selbstverständlich ist die Sichtbarkeit der Kirche mit all ihren Ämtern ein biblisches Gut, ein Ideal, dass keinesfalls in die Nähe eines unerreichbaren hingestellt werden darf. Sie war in der Alten Kirche, oder eben bei den Urchristen, eine Selbstverständlichkeit und kein Christ der damaligen Zeit hätte auch nur im Traum daran gedacht, dies zu ändern. Schon der Geist der Gemeinsamkeit

 

Apostelgeschichte 2, 44-45 Und alle, die gläubig geworden waren, bildeten eine Gemeinschaft und hatten alles gemeinsam. Sie verkauften Hab und Gut und gaben da von allen, jedem so viel, wie er nötig hatte.

 

als auch verschiedene Weisungen des Paulus bezüglich des Gemeindelebens lassen daran keinen Zweifel aufkommen.

Allerdings muss auch die Sichtbarkeit zuallererst einmal möglich sein und sich dabei zuallernötigst der Wahrheit unterordnen! Analog zur Spaltung: Die Spalterei als Produkt der Streitsucht und der teuflischen Häresie (z.B. 1. Korinther 1,10 oder Galater 5, 20 oder ganz besonders Judas 1, 19) sehen wir einerseits als völlig anderen Aspekt als die Spaltung/Trennung die um der Wahrheit willen geschieht,

 

hier: 1. Korinter 11, 18,19

Zum ersten höre ich: Wenn ihr in der Gemeinde zusammenkommt, sind Spaltungen unter euch; und zum Teil glaube ich's. Denn es müssen ja Spaltungen unter euch sein, damit die Rechtschaffenen unter euch offenbar werden.

 

Für die Sichtbarkeit gelten die gleichen Regeln! Denn so wie die „Einigkeit" innerhalb einer Kirche nie ein Beweis ihrer Richtigkeit sein kann, so kann auch die Sichtbarkeit kein Beweis sein; siehe große und kleine Irrsekten wie Zeugen Jehovas, Heilsarmee oder evangelikale Hausgruppen. Die Frage ist also, ob Unsichtbarkeit per se ein Zeichen für Unwahrheit und Verkehrtheit ist. „Per se" natürlich nicht. Sondern nur -und dann aber ganz gewiß- wenn dieser Unsichtbarkeit Unwille zur Sichtbarkeit innewohnt. Diese Schwarmgeister gibt es sehr wohl und ich selbst habe oft genug mit solchen Leuten Kontakt gehabt, die eigentlich nur gucken wollen, etwas diskutieren, sich nirgends festlegen, allzugern nur die Verschwörungen ringsrum aufdecken wollen usw.; aber nie Christus wirklich an sich heranlassen wollen. Oft besuchen sie jeweils andere Gottesdienste und leiden sicher darunter, dass sie sich mit ihren Ideen nicht durchsetzten können. Und dann wieder die andere Seite: Die Unsichtbarkeit, die sich im Moment nur aufkosten der Wahrheit ändern ließe! Und sollten Christen das tun? Gewiss denkt Jesus gerade an diese Situationen, wenn er sagt: „ Wenn zwei oder drei in meinem Namen..."

 

Daher schwebt über dem Dogma der Sichtbarkeit immer die Möglichkeit zur globalen -oder teilglobalen- (Schein)-Unsichtbarkeit der Kirche! Diese Möglichkeit ist verfolgungsbedingt oder entsteht aus Mangel an Christen in dieser Region. Wer immer diese Möglichkeit zur Unsichtbarkeit als Aufforderung zur Unsicht­barkeit verstanden wissen will, entzieht sich der Gemeinde Christi und somit seiner Verpflichtung, zum Wohl der einzelnen Geschwister in Christus zu wirken. Er will sozusagen als Einzelgänger, als „einsamer Wolf", sein Christsein fristen. Dies gereicht solchen Geistern ganz gewiss zur großen Sünde!

 

Aber:

Was wäre denn dem römischen Kaiser leichter, als die Gemeinde aufzureiben, die Bischöfe zu verhaften, Hinrichtungen anzuordnen und im gleichen Zuge die Sichtbarkeit der Gemeinde einzufragen?

 

Natürlich muss die Sichtbarkeit in Verfolgungszeiten nicht an Dummheit grenzen, sodass oft eine Unsichtbarkeit von außen her scheint, in Wirklichkeit aber nicht ist. Das heißt, die Sichtbarkeit ist natürlich auch dann gegeben, wenn sie nur von den Gläubigen gesehen wird; sie muss nicht immer vor Verfolgern und Häschern „grundsätzlich durchsehbar" sein.

 

Ich hoffe, hiermit ein Missverständnis verhindert zu haben und darf davon ausgehen, dass wir einer Meinung sind:

 

Wer keine Sichtbarkeit will oder sie geringschätzt, ist als Häretiker einzustufen, da es sich in dieser Frage nicht um eine einfache Meinungsverschiedenheit gemäß Röm. 14,1 handelt.

Alles Gute und Gottes Segen.

 

Tags: Kirche, Sichtbarkeit, Urchristen, Zeugen Jehovas, Heilsarmee, Evangelium, Bischöfe, Hinrichtungen, Schwarmgeister, Häretiker, Hausgruppen