Kurzpredigten
Glauben heißt Wissen!
(16.10.2009) Peter Schreiber
Immer wieder hören wir den flachen Spruch: Glauben heißt nicht Wissen! Übrigens auch aus pastoralen Kreisen. Hier verbinden sich zwei Denkfehler zu einer unseligen Symbiose.
Denn einerseits hat sich durch die permanente Sprachverfälschung -oder auch Sprachentwicklung- eine Auffassung entwickelt, dass "Glauben" im Sinne von "Vermuten" im Sinne einer Eventualität verstanden wird.
Beispiele dazu liegen auf der Hand.
Was gibts bei euch heute zu Mittag?
Lass mich überlegen; ich glaube Bratkartoffeln. [Ich glaube = bin mir nicht ganz sicher]
Wieviel Menschen leben auf der Erde?
Ich glaube 6 oder 7 Milliarden. [Ich glaube = weiß es nicht so genau]
Wohin fährst du nächstes Jahr in Urlaub?
Ich glaube, ich fahre nach Griechenland. [Ich glaube = bin noch nicht ganz sicher]
Er glaubt, dass es Gott gibt. [Er weiß es nicht genau]
Die verkehrte Definition des Wortes "Glauben" hat sich recht fest eingebürgert. Die Bibel ist aber zu einer Zeit geschrieben worden, als noch kein Mensch diese verkehrte Definition benutzte!
Genau genommen hat das mit den 2000 Jahren nicht so viel zu tun. Denn auch unsere Sprache ist auf einer anderen Definition des Wortes "Glauben" aufgebaut.
Die deutlichsten Beispiele sind hier in der Jura zu finden:
- z.B. eine notariell oder amtlich bestätigte Beglaubigung wird verlangt
oder
- das Gericht hält die Aussagen des Zeugen für unglaubwürdig bzw. glaubwürdig
oder
- eine Person handelte auf Treu und Glauben
oder
- aufgrund der glaubwürdigen Bestätigung ...
Stellen wir uns vor, dieses Beispiele würden bei der Benutzung des Wortes "Glauben"
nicht das Feste, nicht das Bestätigte im Hintergund meinen, sondern ein "Vermuten"oder "Mutmaßen", wie man in der BRD so gern sagt. Dann wären ja all diese Rechtsbegriffe völlig sinnlos gewesen.
Besonders die Umkehrung würde ganz abstrus. Würde nämlich ein Richter zum Angeklagten sagen: "Ich glaube Ihnen kein Wort", was würde er dann damit meinen, wenn"glauben" "vermuten" hieße?
Die Leute, die das Sagen haben, wissen das ganz genau; forcieren aber immer weiter die falsche Benutzung des Wortes "Glauben":
Als man vor 2000 Jahren den Begriff "Glauben" benutzte und in allen biblischen Schreiben verwendete, meinte man ausschließlich ein "festes Vertrauen auf Gott", dessen Existenz nicht zur Debatte steht, woran auch die Unsichtbarkeit Gottes nichts ändert. [Im Übrigen ist Gott nicht "unsichtbar", sondern wir können Gott nicht sehen, weil wir kein Organ dafür haben. Das ist ein wichtiger Unterschied!]
Und nur so ist Hebräer 11,1 gemeint:
Es ist der Glaube eine feste Zuversicht auf das, was man hofft, und ein Nichtzweifeln an dem, was man nicht sieht.
Glaube ist hier nicht als Gegensatz zu Wissen gemeint sondern als "feste Zuversicht" an Gottes Versprechen.
Nicht gemeint ist ein Zweifel darüber, ob es Gott gibt!
Menschen, die meinen, dass es keinen Gott gibt, nennt die Schrift "Toren" (Psalm 53,1-2). Folglich kann die gleiche Schrift das Wort "Glauben" nicht so meinen, als dass es ein "Nicht-genau-wissen-ob-es Gott-gibt" bedeutet.
Wenn das Wort "Glaube" bedeuten würde "Nicht-genau-wissen", dann würde die Bibelstelle Jakobus 2,19b völlig abstrus sein: "...auch die Dämonen glauben und zittern."
Als Hiob sagte (Buch Hiob 19,25):
Ich weiß, dass mein Erlöser lebt;
kann er das ja nicht so gemeint haben, dass spätere Generationen dieses "Wissen" als "Glauben = Ich weiß es nicht genau" interpretieren.
Andererseits gibt es diese Menschen aber tatsächlich, die von Gottes Existenz und der Wahrheit seines Wortes nicht wirklich überzeugt sind, aber dennoch eine Gottesexistenz am liebsten voraussetzen.
Sie möchten sich kein Leben ohne eine Gotteserklärung vorstellen; dies ist nicht grundsätzlich zu tadeln. Glaube ist es aber nicht, jedenfalls dann nicht, wenn die Existenz Gottes nur ein Herzenswunsch ist. Eher ein zaghaftes Hoffen. [Ein gesundes "Gefühl", das einem Menschen sagt, dass es keine Nichtexistenz Gottes geben kann ist eigentlich nicht ein Gefühl, sondern ein gesundes Denken und somit durchaus "Glaube".]
Und genau da setzen dann die atheistischen Kritiker an. Sie unterstellen, dass die "Gläubigen" nichts weiter sind, als eine Gruppe genau dieser Leute; nämlich derer, die sich eine Gottesexistenz "wünschen", Angst vor dem Tod haben und deshalb im "Glauben" eine Art psychologischen Trost suchen.
Die Frage, ob Gott tatsächlich existiert, wird infolgedessen gedanklich unterdrückt.
Das erinnert etwas daran, wie wenn man nicht mehr an die Existenz des Geldes glaubt mit der Begründung, dass es Falschgeld gibt!
[Von der völlig verwirrten und denkfehlerhaften Evolutionstheorie hier ganz zu schweigen, an die leider auch immer mehr Christen glauben, weil sie den Lügen mehr glauben als dem gesunden Denken.]
Echter Glaube ist ein Wissen. Glaube ist durch Denken und Erfahrung Realität. Atheismus ist halbes Denken und Unterstellung, dass Gläubige lediglich "Angst vor dem Tod" hätten. Auch in diesem Vorwurf steckt schon ein Fehler. Denn Angst vor dem Tod gibt es nicht, sondern Angst vor dem Sterben. [Denn wenn man "glaubt", dass nach dem Tod alles aus ist, kann man ja davor keine "Angst" haben, sondern man kann darüber eine unendliche und tiefe Trauer empfinden.]
Gott ist erlebbar, erfahrbar. Hier gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder du glaubtest nicht an IHN, aber ER offenbarte sich dir und zerstörte dein verkehrtes Weltbild und Er erhörte dein Gebet in der Not, obwohl du nur aus Not gebetet hattest statt aus Glauben... und das mehr als einmal. Auch warnt er Menschen mehrfach durch Krankheit und Leiden (Hiob 33,19-29).
Oder du hast den Intellekt oder die Erziehung, Seine Existenz zu spüren (Römer 1,20) und dankst IHM für dein Leben und bittest IHN um Weisheit und Wahrheit (1. Könige 3,9-12).
Gott wird dich von diesem Moment an leiten und dir Jesus Christus ins Herz geben und du wirst verstehen, dass es um deine unvergebenen Sünden geht und nicht etwa nur um die Frage, "ob es Gott gibt" (Jakobus 2,19).
Auch wird Gott dir dann aufzeigen, dass die Bibel ein Buch voller Realität ist und wie alle Prophezeiungen eintreten, auch bezüglich der politischen Weltentwicklung (zum Beispiel des Volkes und Staates Israel) und der Zerstörung der Umwelt und der Umwelt- und Klima-Katastrophen.
Noch ein Satz an die Kritiker: Ja es stimmt, dass im Bereich der christlichen Kirchen wie auch anderer Religionen etliche Ungläubige am Werk sind -bis in Kreise hinein, die einem keiner glauben würde!- und keine richtigen Antworten geben und auch viel Böses tun.
Peter Schreiber 11.10.2009
Tags: Glauben, Glaube, Wissen, Vertrauen, Gott, Sprachverfälschung, Denkfehler, Hiob, Nichtzweifeln, Wahrheit, Atheismus, Evolutionstheorie, Jesus Christus, Religionen


