Nadelstich
Denk ich an Deutschland in der Nacht ...
Hetzen ⋅ Jagen ⋅ Falschzitieren
(01.08.2008) von Peter Schreiber
Deutschland, ein Schauermärchen geht es mir manchmal durch den Kopf, wobei ich natürlich weiß, dass Heinrich Heine es etwas anders geschrieben hat. Aber ich habe Gefallen an dieser kleinen Änderung. Und wenn Heine mir darüber gram sein sollte: Kurt Tucholsky, die Geistesgröße überhaupt, zwinkert mir wohlwollend nickend zu, als wolle er sagen: "Mann, jenau det haick ooch jedacht." Ich weiß, er sagt die Wahrheit. Doch leider konnte er das nicht mehr zu Papiere bringen, da er ja kurzerhand umgebracht wurde im Krankenhaus in Schweden... Lieber Kurt Tucholsky, du warst einer der ganz Großen. Du fehlst uns sehr. Denn wir haben so recht keinen mehr, der mit Schliff und Esprit ans Werk geht und uns den Spiegel hält. Denn heute zählt nur noch Parteisoldatentum und vorauseilender Gehorsam. In Politik und in der Presse. So mancher Möchtegern und jeder andere Hahn schaut auf seine vermeintliche Karriere und sagt nichts, er habe denn vorab an jede Konsequenz gedacht...der Gauch. Du würdest es uns nicht durchgehen lassen, dass Menschen öffentlich geschasst werden, ohne dass man seine Worte im richtigen Zusammenhang erklärt, du würdest dir die Finger wundschreiben, wenn du Eva Herman verteidigen würdest, du würdest es grassierende Dummheit nennen, wenn alles johlt und heult und keiner weiß, wie´s wirklich war. Du würdest es nicht glauben, dass alles noch viel viel platter kam und frecher, als du es dir in deinen kühnsten Träumen dachtest. Lieber Kurt Tucholsky, wir dürfen heute nicht mal mehr in die falsche Richtung husten, wenn uns das Leben lieb ist. Auch hochrangige Personen sind davon nicht verschont. Die kleinste abweichende Meinung und die Meute kreuzigt ihn. Wie jetzt wieder bei Wolfgang Clement aus der SPD. Das Parteisoldaten - Gesindel ...wie, du gähnst, du meinst...? Wieso? Nichts neues unter der Sonne!?
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