Nadelstich

Reinecke Broder

(23.10.2009) von Peter Schreiber

Man mags kaum glauben. Broder als Präsident vom Zentralrat der Juden in Deutschland.

 

Die "WELT ONLINE" schreibt unter der Überschrift "Broder schockt die Etablierten im Zentralrat":

 

...

Es ist fast, als hätte sich der Fuchs für den Vorsitz im Hühnerstall* beworben. Dass der scharfzüngige Publizist und als ätzender Polemiker gefürchtete Henryk M. Broder zur Wahl des Präsidenten des Zentralrats der Juden in Deutschland im kommenden Jahr seine „Kippa in den Ring geworfen“ hat, sorgt hinter den Kulissen der von Erstarrung in bürokratischer Routine bedrohten jüdischen Interessenvertretung für erhebliche Unruhe.

* Hervorhebung durch bibelpoint

 

Bei aller Diskussion und aufgeregtem Gezerre möchte bibelpoint hier an etwas erinnern, was viele nicht (mehr) wissen:

 

Vier Autoren zeichnen verantwortlich für das Buch

“Schöner denken. Wie man politisch unkorrekt ist.”

(Piper Verlag, ISBN 978 -3 - 492 - 05016-6)

 

Josef Joffe, Dirk Maxeiner, Michael Miersch und:   Henryk M. Broder

 

Man sollte nicht nur über Bücher reden, sondern sie auch lesen.

 

Das schreiben die Autoren unter der Überschrift "Terror":

...Der Begriff Terror wird denn auch häufig benutzt, um den gerechten Freiheitskampf der Schwachen zu diskreditieren. Diese Selbstmord-Mörder sprengen doch Schulen in die Luft, weil sie gegen Soldaten nichts ausrichten können.

Dass dabei auch Unschuldige draufgehen, ist bedauerlich, aber wie "unschuldig" ist denn ein israelischer Siedler, der die Palästinenser allein kraft seines Daseins terrorisiert?

Überhaupt ist die Unschuldsvermutung nicht plausibel, weil jeder sich schuldig macht, der das Unrecht gewähren lässt.

Deshalb darf er sich nicht beklagen, wenn er beim Hobeln zu einem der Späne wird, die bekanntlich fallen müssen - auch Leute, die keine Siedler sind, sondern bloß das Pech haben, im falschen Moment im falschen Tel Aviver Café zu sitzen.

Da das Ziel des "Terroristen" verständlich ist, müssen wir auch Verständnis für seine Mittel haben.

 

 

Was sich Herr Broder und seine Freunde angesichts des maßlosen Leides in Israel hierbei denken ist so seltsam wie schleierhaft. Wie war doch der Vergleich bei Welt-Online:

Fuchs im Hühnerstall.

 

Tags: Broder, Zentralrat der Juden, Präsident, Terror, Terroristen