Prisma

Fremdwörter

akzeptieren / Akzeptanz (von lat. „accipere" für annehmen, billigen, gutheißen), welches verstanden wird als annehmen, anerkennen, einwilligen, hinnehmen, billigen, mit jemandem oder etwas einverstanden sein. Nicht zu verwechseln mit →tolerieren

 

Denominationen ist ein Begriff, der sich mehr oder weniger etabliert hat, um den Begriff "Kirchen und Sekten" nicht verwenden zu müssen, da dieser meist negativ verstanden wird. Der Begriff Denomination sagt lediglich aus, dass es verschiedene Benennungen gibt (Nomen - Name).

 

Drachenzähne [Drachenzähne säen] ein Begriff, der von antichristlichen Geistesgrößen gern verwendet wurde um damit zum Ausdruck zu bringen: unmerklich wo immer es sich anbietet, böse, falsche und zerstörende Gedanken einzustreuen. In Predigten und ähnlichen Artikeln werden bis heute Drachenzähne aller Art gesät; beliebt ist das Angiften alttestamentlicher Führer [Mose sei ein Stotterer gewesen, Josia habe in völligem Übereifer gehandelt (Durchsetzung des Bilderverbots), David sei ein gekrönter Schurke usw.]

 

Eisegese [griech.: εισήγηση = die Einlegung] ist das Gegenteil des Begriffs Exegese bei dem die griechische Vorsilbe "ex" (heraus) durch die griechische Vorsilbe "eis" (hinein) ausgetauscht wurde. Es bedeutet (im Gegensatz zur Exegese), etwas aus einem Text herauslesen (oder besser hineinzuwünschen), das darin nicht ausdrücklich steht, der Leser aber davon überzeugt ist, dass der Autor dies damit sagen wollte. Gegenteil: →Exegese

Eisegese ist zur Fundamentierung von Erkenntnissen abzulehnen. Leider wird die Eisegese immer mehr zur Bibelauslegung angewendet.
Im Grunde will der Anwender der Eisegese klug sein und glaubt, →implizite, also unausgesprochene, automatisch innewohnende Aussagen zu entdecken. Allerdings vergisst er dabei zu oft, dass seine Sicht lediglich -punktuell gesehen-denkbar, nicht aber sicher ist.
Eisegese beginnt auch im persönlichen Leben in der Gedankenwelt. So kann ein junger Mann, der in ein Mädchen verliebt ist glauben, dass ihr Lächeln und die Art ihres Grüßens ein Beweis ist, dass sie ihn besonders mag und an einem Kennenlernen interessiert ist. Daher legt er ihre Worte "Schönes Wetter heute, lädt ein, etwas zu unternehmen..." so aus, dass sie meint, sie würde gern "mit ihm" etwas unternehmen. Kann sein, dass sie es denkt. Vielleicht sagt sie es aber nur so, ohne Nachzudenken.
Eisegese ist im täglichen Leben immer zu bedenken, so könnte das Schenken eines Deo-Sprays →implizieren, dass der Beschenkte dieses Geschenk nötig habe...
Ein typisches Beispiel aus der Bibel:
Mose spricht demütig zu Gott:
"Ich bin kein Mann der Rede, weder seit gestern noch seit vorgestern, noch seitdem du zu deinem Knechte redest; denn ich bin schwer von Mund und schwer von Zunge..." Heerscharen von Eisegeten verbreiten deshalb das Märchen vom stotternden Mose. Seltsam, dass diese Bibellehrer nicht einen Augenblick daran denken, dass da nicht steht, dass Mose stottert. Es ist vom →Kontext her genauso möglich und sogar wahrscheinlich, dass Mose sagen wollte: "Ich bin kein guter Redner und kann meine Gedanken nicht so fix ordnen um Reden zu halten." Denn Gott antwortete ja nicht: Ich will deine Zunge lockerer machen, sondern: "Ich will mit deinem Munde sein und dich lehren, was du sagen sollst." (2. Mose 4, 10-12) Dazu hatte Mose ja in Vers 10 gesagt: "Ach Herr, ich bin von jeher nicht beredt gewesen." Es ist deshalb schon in gewisser Weise dreist, Mose einen Stotterer zu nennen...
Seit Jahren ist es in Mode gekommen mittels Eisegese Paulusbriefe, die garnicht vom Gebotehalten handeln so hinzubiegen, dass Christen keine Gebote halten brauchen, obwohl eine ganze Reihe von Bibelstellen, die →explizit vom Gebote halten reden, exegetisch das Halten der Gebote anordnen.

 

Exegese [griech.: ἐξήγησις = Auslegung, Erläuterung] ist die Art und Weise, einen Satz oder Text so aufzufassen, wie er da steht ohne unsichere Gedanken dazuzulegen oder Aussagen wegzulassen. Gegenteil: →Eisegese
Die Bibel ist im Zweifelsfall grundsätzlich nur exegetisch auszulegen.

explizit [lat.: explico - Darlegung, Entwirrung, Erläuterung] ausdrücklich, deutlich, direkt, eindeutig, klar; Gegenteil: →implizit

 

GdG Abk. für "Gegner des Gebotehaltens"; Dieses Kürzel ist eine Idee von bibelpoint um einzelne Christen nicht zu beschuldigen oder zu beleidigen. Würde man sagen dass die Evangelikalen keine Gebote halten wollen, finden sich dort dann doch einige Gruppen, die sich zwar so nennen, aber doch die Gebote achten wollen. Das gleiche kann bei jeder anderen Bezeichnung passieren. Also müsste immer von "den Vertretern der Lehre, dass Christen keine Gebote halten brauchen" gesprochen werden. Da einerseits eine Bezeichnung nötig ist -wie sonst soll ein Lehrbrief arbeiten-, andererseits aber der Krampf aus der Sprache muss, ist die Entscheidung für dieses Kürzel gefallen.


Häresie ein Fremdwort für Irrlehre; kaum ein Wort hat in der Kirchengeschichte mehr Missbrauch erlebt; unzählige Christen wurden von der römisch-katholischen Kirche als Häretiker verfolgt oder getötet. Doch auch andere Kirchen und Personen, auch berühmte und hochgelobte Reformatoren, beteiligten sich am Häresie-Wahn.
Natürlich gibt es biblische Aussagen zu Häresie; damit ist aber weder der von den Kirchen praktizierte Umfang abgedeckt noch sind Strafen an Leib und Leben vorgesehen. In den heutigen Freikirchen herrscht im Grunde ein ähnlicher Blickwinkel; wenn jemand anders denkt, dreht man dem einfach den Rücken zu bzw. möchte, dass derjenige aus der Gemeinde gehen soll.

Wikipedia: Als Häresie (von griechisch αἵρεσις, haíresis „Wahl, Auswahl") oder Heterodoxie wird in christlichen Kirchen eine Lehre bezeichnet, die im Widerspruch zur kirchlichen Lehre steht und die mit dem Anspruch vertreten wird, die eigentliche Wahrheit des christlichen Glaubens zum Ausdruck zu bringen. Häresie und Heterodoxie (Andersgläubigkeit) stehen im Gegensatz zu Orthodoxie (Rechtgläubigkeit).

 

Häretiker siehe Häresie

 

implizieren unausgesprochen mitbedeuten [lassen]; siehe auch →implizit
Viele Aussagen im täglichen Leben implizieren etwas; so wird die Aussage der Oma "Mir ist etwas kalt" implizieren, ihr die Strickjacke zu holen oder die Heizung hochzudrehen; ein Kind, das ruft "Mutti ich hab Durst" wird auch nicht lediglich an der Weitergabe dieser Information interessiert sein, sondern die unausgesprochene Bitte um ein Glas Limo ernstmeinen. Das Implizieren kann sich zu einem der schwierigsten zwischenmenschlichen Probleme entwickeln, wenn die "gemeinsame Wellenlänge" fehlt. Implizieren und abstreiten desselben einerseits wie auch Sehen von Implikaten, wo keine sind andererseits, kann ein Sammelsurium echter oder vermeintlicher Unehrlichkeit sein.
Schwierig ist der Umgang mit Menschen, die mittels Implizieren Zeichen setzen, Meinungen stützen oder Freundschaft vermitteln und dies in konkreter Situation mit den Worten "Aber ich hab niemals gesagt, dass..." von sich weisen. Nicht einfacher ist der Umgang mit Menschen, die Implikate sehen, wo ganz sicher keine sind. Dies und alle Grenzbereiche davon machen manchmal das Leben schwierig-turbulent, weil ja auch der zufällige Augen-Tic einer wichtigen Person (in Verbindung mit einer rein zufälligen Handbewegung) genau in Richtung eines erwartungsvollen Mitmenschen katastrophale Situationen hervorbringen kann.

 

implizit [lat.: implicare - einwickeln] mitgemeint, inbegriffen; siehe auch: implizieren
Gegenteil: →explizit

 

Imprimatur (lat. es werde gedruckt; auch Imprimi potest es kann gedruckt werden)
Bei theologischen Werken bezeichnet das Imprimatur die Druckgenehmigung durch einen katholischen Bischof. Bis zum →Zweiten Vatikanischen Konzil brauchte jede Buchveröffentlichung von Lehrern der katholischen Theologie sowie Priestern und Ordensangehörigen das Imprimatur. Es wurde auch durch einen, meist auf die Rückseite des Titelblattes, ins Buch eingedruckten Vermerk Nihil obstat (lat. es steht nichts entgegen) kenntlich gemacht. Heute wird es nur noch auf ausdrückliche Bitte eines Verfassers gewährt. Aber auch heute noch unterliegen die Veröffentlichungen kirchlich autorisierter Theologen der Beobachtung und gegebenenfalls Beanstandung durch die
→ Glaubenskongregation. (Wikipedia)

 

katholischer Virus [besser: römisch-katholischer Virus] die unbiblische Lehre, dass die Bibel bis in schier unergründliche Tiefen auf "Wahrheit" untersucht werden muss. Die Ergebnisse solcher "Denkarbeit" werden denn als Dogmen durch Eingebungen des Heiligen Geistes hingestellt. Im selben Atemzug werden Christen bwz. ganze Gemeinden, die diese Gedankengänge nicht oder nicht genauso mittragen oder diese für unnötig halten, als Häretiker verworfen bzw. verdammt. Eine unselige Rolle in dieser Frage spielen kirchenhistorisch die sogenannten Konzile (Synoden).
Beispiel eines Dogmas des katholischen Virus: Ungetaufte Säuglinge kommen für ewig in die Hölle, wenn sie sterben...

 

Kontext [lat. contextus = enge Verknüpfung, Zusammenhang (der Rede)]

bedeutet die Logik des Gesamtzusammenhangs; aus dem Kontext gerissen entstehen oft bösartige Unwahrheiten; das mußten schon viele Menschen -auch Prominente - erleben.

 

nominelle Christenverfolgung ist eine Art der Verfolgung, wo es nicht darum geht, welche Christen diese oder jene Handlungen verweigern, sondern weil sie verfolgt werden, allein weil sie sich zum Glauben an Jesus Christus bekennen [lat. Nonem - Name]. In einer nominellen Verfolgung finden sich Christen verschiedener Richtungen im selben Gefängnis und werden gemeinsam hingerichtet, siehe auch →Blandina.

Person [lat.: sono = tönen, Ton machen] und per = mittels, durch (per-sono)
Bereits in dem Wort "Person" kommt zum Ausdruck, wie eng unsere Stimme mit unserer Persönlichkeit in Zusammenhang steht. Meine Stimme, das bin eigentlich Ich.

 

Pluralis majestatis (auch: maiestatis) ist die Bezeichnung der eigenen Person im Plural als Ausdruck der Macht.

Er ist bei Adligen und Würdenträgern („Wir, Benedictus PP. XVI im 1. Jahr Unseres Pontifikates ...") bei offiziellen Anlässen üblich. Die entsprechende Anrede erfolgt in der zweiten Person Plural („Eure Majestät", bei Päpsten: „Eure Heiligkeit"), dazugehörige Verben stehen in der dritten Person Plural („Wie Eure Majestät belieben"). Der Pluralis majestatis wird immer groß geschrieben, wie die Anrede im Brief. (Wikipedia)

Die Pluralformen Gottes in der Bibel lassen sich nicht mit dem Pluralis majestatis begründen, →Die Dreieinigkeit

 

relativ [spätlat. relativus = bezüglich, zu lat. relatum] etwas in Bezug zu etwas zu sehen (wird oft unbedacht benutzt); Beispiel: 10 Grad Celsius sind im August wenig, im Februar viel. Also ist es bei 10 Grad im August "relativ kalt". Dreißig Haare auf dem Kopf sind nicht viel, aber bei drei Haaren in der Suppe würde man dazu neigen, von "relativ vielen Haaren" zu sprechen. Oder auch: Auf etwas 15 Minuten zu warten ist gewiss nicht lange, aber die gleiche Zeit am Telefon mit Wartemusik vertröstet zu werden ist schon "relativ lange"!


respektieren / Respekt (lateinisch respectus „Zurückschauen, Rücksicht, Berücksichtigung" bzw. respecto „zurücksehen, berücksichtigen") bezeichnet eine Form der Wertschätzung, Achtung und Ehrerbietung gegenüber einer anderen Person (Respektsperson) oder Institution.

tolerieren / Toleranz Der Begriff Toleranz (auch: Duldsamkeit, Gegenteil: Intoleranz; abgeleitet vom lateinischen Verb tolerare, das „ertragen", „durchstehen", „aushalten" oder „erdulden", aber auch „zulassen" bedeutet) wird unter anderem im sozialen, kulturellen sowie religiösen Kontext gebraucht. So kann mit „Toleranz" eine Haltung beschrieben werden, dass zwar eine Person bzw. Personengruppe nicht mit einer bestimmten Meinung übereinstimmt (nicht akzeptiert), diese aber dennoch duldet (toleriert); siehe auch →akzeptieren

Virus, katholischer siehe katholischer Virus

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