Theologie

Die Lehre von der Dreieinigkeit

oder Die Trinität

 

Die Lehre von der Dreieinigkeit als Option des christlichen Nachdenkens. Wegen der Gerechtigkeit und zur Abwehr der bissigen Unterstellungen der Arianer.

 

von Peter Schreiber

 

Einleitung

 

In einigen Publikationen lese ich, dass die Erkenntnis über die Dreieinigkeit heilswichtig sei. Denn wenn Jesus, so heißt es, nicht der menschgewordene Gott selbst gewesen wäre, hätte das Erlösungswerk Jesu keine Bedeutung.

Dies kann ich beim bestem Willen nicht nachvollziehen und auch nicht aus der Bibel erkennen.

Deshalb zu Anfang: Die Lehre von der Dreieinigkeit ist für sich selbst genommen weder heilsnotwendig noch Glaubensbekenntnis, sondern allenfalls Erkenntnis.
Dennoch muss gefragt werden, wo die Ursachen einer antitrinitarischen Auslegung liegen und ob die Gegner der Dreieinigkeitslehre die Bibel im allgemeinen ernstnehmen.


Die Dreieinigkeit, Dreieinheit oder wie immer man versuchen möchte, einen anderen Begriff dafür zu finden, ist eines der heiklen Themen, die die Christenheit bewegen. Wir wissen ja, dass aufgrund eines schwerwiegenden Denkfehlers große Teile der Christen glauben, dass der Wortlaut aus dem Johannesevangelium

Johannes 17,3    "Das ist aber das ewige Leben, dass sie dich, der du allein wahrer Gott bist, und den du gesandt hast, Jesus Christus, erkennen."

uns sagen soll, dass das genannte "erkennen" theologisch gemeint ist.

Aber sowohl große Kirchen als auch fast alle Freikirchen und auch die Zeugen Jehovas  tendieren zu der Meinung, dass wir das ewige Leben im Theologisieren finden und wer da anderere Denkergebnisse hat, dem dreht man einfach den Rücken zu. Natürlich ist Theologie auch wichtig. Aber nicht wie etliche Kirchen und Sekten es uns einreden wollen.
Die Zeugen Jehovas gehen sogar soweit, dass sie folgende falsche Übersetzung gemacht haben: 1. Johannes 17,3
"Dies bedeutet ewiges Leben, dass sie fortgesetzt Erkenntnis in sich aufnehmen über dich, den allein wahren Gott, und über den, den du ausgesandt hast, Jesus Christus."

(Das ist der katholische Virus! Die katholischen Kirche hat ja seit dem 4. Jahrhundert riesige durchstrukturierte Denkschemen entwickelt und jeden als Häretiker behandelt, der nicht ebenso mitdenkt, wie vorgeschrieben.
[Nur dass im katholischen Bereich die Priester das Denken für alle übernommenn haben; die Schäfchen sollen ihnen alles nur glauben].)

Fortgesetzt Erkenntnis aufnehmen bedeutet ewiges Leben? Kein ernsthafter Christ sträubt sich gegen Erkenntnis aufnehmen. Aber ewiges Leben bedeutet das nicht!
Nachdem die Zeugen Jehovas diese These dargelegt haben ("Ist die Bibel wirklich das Wort Gottes?", 1969, Wachtturm Bibel- und Traktat-Gesellschaft, Seite 188), schreiben sie im selben Zusammenhang (Ebenda Seite 190):

"Ein befähigter Unterweiser wird dich dann jede Woche einmal besuchen. Anhand des biblischen Lehrbuches Die Wahrheit, die zu ewigem Leben führt wirst du dir im Laufe von sechs Monaten eine grundlegende Bibelkenntnis erwerben können ... Du wirst dich, um einen wirklichen Nutzen zu haben, entsprechend anstrengen müssen" [sic!]

"Jehova Gott gibt dir Gelegenheit, lebengebende Erkenntnis zu erwerben..."

Und genau das ist so unbiblisch wie falsch. Denn die Bibel sagt schlicht:

Wenn du mit deinem Munde Jesus als den Herrn bekennst und in deinem Herzen glaubst, dass Gott ihn von den Toten auferweckt hat, so wirst du gerettet,  Römer 10,9. Viele Christen leugnen und verkomplizieren diese Bibelstelle und weisen dadurch Geschwister als Häretiker ab. Sie unterstellen dabei fehlerhafterweise, dass hartnäckige Bibelverdreher glauben, dass Jesus tatsächlich und leiblich von den Toten auferstanden ist (leiblich schon allein wegen dem Berührverbot aus Johannes 20,17!).


Genau dies aber ist nicht der Fall. Irrlehrer haben andere Motive als den Glauben, warum sie in einer Gemeinde sind. In ihrem Herzen oder teils öffentlich halten sie die Lehre von der Auferstehung für ein (nützliches) Märchen...
Ich bin fest davon überzeugt, dass es z.B. Zeugen Jehovas gibt, die sich den Militärdienst sparen wollen. Oder katholische Priester, die ihre Homosexualität unter dem Deckmantel des Zölibats leben wollen. Oder dass Menschen, die merken, dass sie in unserer Gesellschaftsordnung keinen Platz für sich finden, die "Nische Gemeinde" entdeckt haben und deshalb in dieser Gemeinde bleiben. Wo ihr Gitarrespiel so gelobt wird oder wo sie ihre sonstigen Lebensübungen praktizieren können. Auch durch predigen! Es ist innerlich eine Art besserer Freizeitgestaltung.

Erst aber kommt der unverfälschte Glauben. Alles andere ist nachrangig, auch das Lernen!

Wir wollen uns aber auch auf das Thema Dreieinigkeit einlassen, denn es hat sich kirchenhistorisch und theologisch nun mal so entwickelt, dass ein Christ mit akademischem Anspruch sich dieser Streitfrage leider nicht entziehen kann. Und warum? Weil dieses Thema soviel Zank und Trennung gebracht hat, dass es sehr vielen Christen unendlich wichtig zu sein scheint. Und weil dadurch leider Verunsicherung geschürt wurde und wird, sodass einiges zurechtgerückt werden muss.

 

Grundsatz

Wie immer beim Betrachten der Bibel gilt folgender Grundsatz:
Jeder ehrliche Christ sollte es als eine Art Ehrenkodex ansehen, an die Aussagen der Schrift so heranzugehen, als entdecke er etwas neu: ohne Hintergedanken, ohne Ziel, ohne Zweck (außer Wahrheit zu suchen!).

Das heißt praktisch, wenn ich z.B. gegen eine bestimmte Kirche eingenommen bin - sagen wir mal, gegen die katholische Kirche (weil meine Oma evangelisch ist) - dann darf das nicht nachsichziehen, dass ich versuche, deren Lehren zu widerlegen und allein deshalb "gegen den Papst" bin; oder wenn ich gegen die Zeugen Jehovas eingestellt bin - sagen wir, weil sie eh immer unter Beschuss stehen, eine Sekte zu sein - darf ich nicht versuchen, sie "zu widerlegen", um es denen "zu zeigen".
Leider handeln aber viele Christen genau so.

Diese unehrenhafte Art wollen wir hier ganz tief in die Erde vergraben und uns und beim Bibellesen allein vom heiligen Geist leiten lassen; also das annehmen, was wir finden.
Es gibt keinen Grund für uns, die Lehre von der Dreieinigkeit zu verteidigen und es gibt auch keinen Grund, sie widerlegen zu wollen!


Denn wenn wir die "vor"-urteilenden Gedanken nicht ablegen sind wir nicht besser wie ein Gottloser, der es geistreich findet, ein Lied gegen den Papst zu singen. Und zwar ohne in Betracht zu ziehen, dass der Papst vielleicht doch der Stellvertreter Gottes auf Erden ist...

Nochmal langsam: Wir beten zu Gott, unserem Vater, er möge uns in seinem Wort die Wahrheit zeigen, und wir versprechen, sie anzunehmen. Nicht ohne Denken. Nicht ohne Kontext. Nicht ohne Rückfrage.

Zum Vergleich: Das ist, als wenn wir zu Gott sagen würden: "Wir wissen, dass die Bibel dein Wort ist, wir wollen alles tun, was da drinnen steht."
Aber dann stoßen wir auf ein Gebot: wir sollen uns jeden Mittwoch einen grünen Hut aufsetzen und darüberhinaus nie Fleisch vom Kaninchen essen, da ist es schon aus. Denn wir wollen nur akzeptieren, was wir von vornherein erwartet haben, oder? Ist es nicht so?
Klar, Gott wird nicht verlangen, dass du mittwochs einen grünen Hut aufsetzt, aber als Beispiel verstehst du, was ich meine.

Um überhaupt einen Lehrstreit wie den um die Dreieinigkeit zu verstehen, muss feststehen, dass alle Beteiligten sagen, die Bibel irrt nicht und will uns eindeutig etwas sagen.
Ernsthafte Christen sollten im Großen und Ganzen deshalb zur  Chicago-Erklärung stehen.

Lesen wir also die Bibel ohne Vorurteile so, als wüssten wir nichts von der Streitfrage um die Dreieinigkeit.
Zugegeben: das geht nicht mehr; denn wir wissen um den Sachverhalt. Aber: geben wir uns die größtmögliche Mühe, es so zu gestalten, als wüssten wir nichts davon...


Die Begrifflichkeiten

Die allererste Antwort der Gegner der Dreieinigkeit, nämlich dass der Begriff Dreieinigkeit nicht in der Bibel steht, lassen wir an uns abprallen. Weil das echt zu primitiv ist. Oder steht das Wort Papst in der Bibel? Oder Evangelisationszelt? Oder Bibel? Oder Bibelstunde? Oder Kanzel? Oder Klingelbeutel? Oder Sonntagsschule? Oder Glockenläuten? Oder gibt es in der Bibel ursprünglich Kapitel und Verse? Nein.

Könnte ich die Existenzberechtigung des Papstes davon abhängig machen, ob das Wort "Papst" in der Bibel steht? Sicher nicht. Erst wenn ich übersetze, nämlich Papst kommt von papa, also Vater, hätten wir kein Problem. Die Italiener sagen ja nicht Papst, sondern papa!
Wer immer den Papst als unbiblisch kennzeichen will, muss primär dort ansetzen, wo die Schrift ansetzt. Nicht am Begriff Papst (jedenfalls nicht in diesem Kontext. Nebenbei: Der Begriff Papst  [Vater] ist aber schon fragwürdig, da es ein Verbot diesbezüglich gibt, siehe Matthäus 23,9-10)

So. Um nicht als blinder Verteidiger der Dreieinigeitslehre dazustehen, beginne ich nun mit dem erklärenden Bibellesen:
Da gegen die Dreieinigkeit massenweise Argumente aufgefahren werden, bin ich gezwungen, einigen Argumenten präventiv den Wind aus den Segeln zu nehmen. 

 

Gott wandelt auf Erden

Dazu lesen wir in  1.Mose 3,8: "Am Abend, als es kühler wurde, hörten sie, wie Gott, der Herr, durch den Garten ging. Da versteckten sich der Mensch und seine Frau vor Gott zwischen den Bäumen. "

Wir lernen also, dass die Herrschaft Gottes über das gesamte Universum nicht davon abhängt, dass Gott nicht auf dieser Erde wandelt!

 


In  1.Mose 32,25
  lesen wir von Jakob:

 Jakobs Ringen mit Gott

"...und stand auf in der Nacht und nahm seine zwei Weiber und die zwei Mägde und seine elf Kinder und zog an die Furt des Jabbok, nahm sie und führte sie über das Wasser, sodass hinüberkam, was er hatte, und blieb allein. Da rang ein Mann mit ihm, bis die Morgenröte anbrach. Und da er sah, daß er ihn nicht übermochte, rührte er das Gelenk seiner Hüfte an; und das Gelenk der Hüfte Jakobs ward über dem Ringen mit ihm verrenkt. Und er sprach: Laß mich gehen, denn die Morgenröte bricht an. Aber er antwortete: Ich lasse dich nicht, du segnest mich denn. Er sprach: Wie heißt du? Er antwortete: Jakob. Er sprach: Du sollst nicht mehr Jakob heißen, sondern Israel; denn du hast mit Gott und mit Menschen gekämpft und hast gewonnen. Und Jakob fragte ihn und sprach: Sage doch, wie heißt du? Er aber sprach: Warum fragst du, wie ich heiße? Und er segnete ihn daselbst. Und Jakob hieß die Stätte Pniel; denn ich habe Gott von Angesicht gesehen..."

Gott kam also hier als Mensch auf die Erde und rang hier offensichtlich mit Jakob. Die Bibel hat kein Problem damit, diesen Mann als Gott [nicht einen Gott] darzustellen.
Die Bibel selbst bestätigt an anderer Stelle diese Sicht, indem sie sagt:

"Und Gott erschien Jakob abermals, nachdem er aus Mesopotamien gekommen war, und segnete ihn und sprach zu ihm: Du heisst Jakob; aber du sollst nicht mehr Jakob heissen, sondern Israel sollst du heissen. Und also heisst man ihn Israel"  1.Mose 35, 10.  Es gibt also kein innerbiblisches Problem damit, dass Gott auf Erden wandelt!
Ferner ist hier nicht die Frage, wie das gehen kann, sondern nur was die Bibel sagt. 

 

 

 

Erst sichten, dann urteilen

Wir wollen auch nicht vor der Sichtung der Bibelstellen Stellung beziehen. Wer schon beim Zuhören Stellung bezieht, weil er das Resümé nicht akzeptieren will vergisst eins:

Ein Christ muss ja in seiner momentanen Glaubensauffassung trotzdem mit den genannten Bibelstellen, die nicht "in sein Konzept passen" irgendwo hin; er kann sie ja nicht für immer unter den Teppich kehren...

 

Eine beliebte Methode der Zerredung biblischer Aussagen ist, an jedem einzelnen Punkt zu unterstellen, dass der andere eine Fatamorgana vor Augen hat und sich deshalb immer einen Sinn die Bibelstelle hineinerfindet, der scheinbar passen könnte. Hierbei wird typischerweise übersehen, dass beim "Punkt für Punkt widerlegen" die abstrusesten Behauptungen aufgestellt werden und keine Rücksicht genommen wird auf Sinn und Intention biblischer Aussagen.

Auch werden dabei einfache Gesetze der Kommunikationslogik gebrochen. Und zwar ohne jeden Skrupel.

Beispiel: Wenn ich sagen will, dass ich dir jemanden schicken werde (sagen wir, einen Handwerker, der dir bei Problemen beim Einrichten deiner neuen Wohnung helfen soll), und wenn ich separat davon sagen will, dass ich irgendwann zu dir zu Besuch erscheinen werde, würde ich dies so andeuten?:
Ich sende dir den Handwerker. Ich komme zu dir!  (?)


Würdest du dich nicht wundern, was dies für eine Form der Aussage sein soll? Würdest du nicht kurz überlegen, ob ich dir damit sagen will, dass ich selbst
dieser Handwerker sein werde? Oder fändest du es logischer, wenn ich behaupten würde, die beiden Aussagen hätte ich nur gedankenlos aneindergereiht, so als eine Art Marotte, nicht auf Kontext und Intention zu achten?

Jesus sagte einmal (Johannes 14,15-18) NWÜ:
15 Wenn ihr mich liebt, werdet ihr meine Gebote halten; 16 und ich will den Vater bitten, und er wird euch einen anderen Helfer geben, damit er für immer bei euch sei: 17 den Geist der Wahrheit, den die Welt nicht empfangen kann, weil sie ihn weder sieht noch ihn kennt. Ihr kennt ihn, weil er bei euch bleibt und in euch ist. 18 Ich werde euch nicht verwaist zurücklassen. Ich komme zu euch.

Die Personen, die diese Übersetzung gemacht haben (Zeugen Jehovas) bekräftigen durch ihre eigene Übersetzung, dass Jesus den Vater bitten wird,  den Jüngern einen Helfer zu senden (Vers 16) und dass dies der Geist der Wahrheit ist (Vers 17). Die unmittelbar und in selbem Atemzug folgende Anhängung des Vers 18: "Ich werde euch nicht verwaist zurücklassen. Ich komme zu euch." wird in völligem Bruch zur Kommunikationslogik als "Neues Thema" hingestellt! Allein, um nicht darüber nachdenken zu müssen, dass Jesus vielleicht doch eine explizite Erklärung darüber abgibt, dass er (auch) der Geist der Wahrheit ist.
Lieber lassen sie ein intentionsloses Gerede als "Heilige Schrift" stehen und unterstellen Jesus, dass er so redet. Das Schlimme ist nicht mal, dass nicht jeder immer alles versteht oder mit allem einverstanden ist; nein, das Schlimme ist, dass sie nicht darüber nachdenken wollen, weil -wie sie glauben- es ja nicht anders sein kann, wie sie in ihren Religionsgemeinschaften gelernt haben...

Dabei wissen wir doch garnicht, was sein kann und was nicht. Wenn Gott gewollt hätte, hätte er allen Engeln Namen aus der griechischen Mythologie gegeben und sie Götter genannt und sie so wirken lassen, wie es die Mythologie lehrt. Und Gott Vater säße als ZEUS über allem. Wir glauben doch nicht deshalb nicht an die griechisch-römische Götterwelt, "weil das nicht möglich" ist, sondern weil wir der Überzeugung sind, dass es aufgrund der Offenbarungen der jüdischen Propheten nicht die Wahrheit ist. Warum wir den jüdischen Propheten glauben, hat ja persönliche Gründe. "Möglich" aber wäre ja alles gewesen!

Genau so verhält es sich wiederum mit der Wahrheit des jüdischen Gottes, des wirklichen Schöpfers. Wir wissen vorab nichts über ihn.

 

Lesen wir etwas.


In 1. Mose 1,26 wird Gott zitiert: Lasset uns Menschen machen.

Dieses "uns" ist jedem schon aufgefallen und es wäre unredlich, jemandem vorzuwerfen, dass ihm diese Bibelstelle nur grade jetzt einfällt, wo er sie braucht.



 Pluralis majestatis in 1. Mose 1,26?

Schon der erste Satz der Bibel lautet im hebräischen Urtext:

Im Anfang schuf Elohim Himmel und Erde.

Elohim ist der Plural von Eloha (Gott).

Der Vorhalt, die Bibel rede oft so, als wenn Gott sich selber
im pluralis majestatis nennt, scheitert schon an der Syntax des Satzes:
Im Anfang schuf (Singular)  Elohim (Plural) Himmel und Erde.

Auch im Urtext steht das Subjekt im Plural und das Verb im Singular!

Von einer klassischen Pluralis majestatis Konstellation kann hier also keine Rede sein.

Beispiel für einen richtigen Pluralis majestatis: Heute befehlen (Plural) Wir (Plural), der Kaiser, dass jeder Untertan den Feiertag zu halten hat.

Daher würde ein Pluralis majestatis in 1. Mose 1 lauten müssen:

Im Anfang schufen Götter Himmel und Erde.

Genau dies aber steht dort wohlweislich nicht.

Übrigens: Die Plural-Singular Konstellation begegnet uns im Alten Testament noch mehrfach, so in 5.Mose 6,4

 "Höre, Israel: Jahwe ist unser Elohim (Götter), Jahwe allein.

Darüberhinaus gibt es keine einzige Bibelstelle, in der sich Gott tatsächlich und verbal eindeutig im Pluralis majestatis vorgestellt oder eine solche  Bezeichnung verlangt hat.

Beispiel: Am brennenden Dornbusch sagt Gott nicht "Wir sind die: Wir sind" sondern "Ich bin der: Ich bin".

Schon dies allein verbunden mit der biblischen Wesensart Gottes sollte ausreichen, die These vom Pluralis majestatis infrage zu stellen.

Der Pluralis majestatis Gottes wäre -wenn schon-  dort angebracht, wo Gott zu uns Menschen redet. An solchen Stellen finden sich jedoch nie solche Pluralformen. Sie sind ohne Ausnahme auf Stellen beschränkt, wo Gott zu sich selber redet

Aber ist es nicht unsinnig zu behaupten, dass Gott durch den Gebrauch des Plurals gegenüber sich selber explizit seine Majestät betonen würde, aber gegenüber Menschen nicht? 

 Und!:

Keiner der Propheten und Gottesmänner hätte in diesem Wissen je gewagt, Gott ohne Pluralis majestatis anzureden.

Haben sie aber! Und zwar ausnahmslos.

Liebe Brüder, lasst euch doch ein wenig zum Mitdenken inspirieren.

 "Lasset uns Menschen machen". Dass dann eigentlich schon alle Autoren und Übersetzer das Wort "uns" großgeschrieben hätten, ist auch klar, wenn auch kein Argument.


Wir können also guten Gewissens abwarten und davon ausgehen, dass die Pluralform Gottes in der Bibel einen anderen Grund hat.

Abrahams Erlebnis in 1. Mose 18

Schauen wir doch mal, was Abraham erlebt hat. Bedenken wir dabei, dass die Lutherübersetzung immer den Namen Gottes (Jahwe) meint, wenn das Wort Herr als HERR dargestellt wird.

  
1Und der HERR erschien ihm im Hain Mamre, da sass er an der Tür seiner Hütte, da   der Tag am heißesten war.

   
2Und als er seine Augen aufhob und sah, siehe, da standen drei Männer vor ihm. Und da er sie sah, lief er ihnen entgegen von der Tür seiner Hütte und verneigte sich bis zur Erde

   
3und sprach: HERR, habe ich Gnade gefunden vor deinen Augen, so gehe nicht an deinem Knecht vorüber.

   
4Man soll euch ein wenig Wasser bringen und eure Füße waschen, und lehnt euch unter den Baum.

   
5Und ich will einen Bissen Brot bringen, daß ihr euer Herz labt; [erst] dann sollt ihr fortgehen. Denn darum seid ihr zu eurem Knecht gekommen. Sie sprachen: Tue wie du gesagt hast.

Abraham erscheinen also drei Männer, die er -sozusagen en bloque, und nicht etwa jeden einzeln- mit HERR (Einzahl) anredet. Danach verfällt er in den Plural.

Versuch einer einfachen Lösung

Bis hierhin könnte man ein Szenario erdenken, das die seltsame Anrede auf andere Weise klärt. Sagen wir, zwei der drei Männer hielten sich bescheiden im Hintergrund zurück und waren nicht besonders herrschaftlich gekleidet während der dritte sich deutlich als die wichtigste der drei Personen zeigt und bewegt. Genau dann könnte man sich den bisherigen Wortwechsel durchaus bildlich vorstellen.
Wir werden diesen Gedanken weiter verfolgen. Wir dürfen dabei allerdings nicht aus den Augen verlieren, dass Abraham, als er HERR sagte, Gott meinte. Die scheinbar wichtige Frage ist, ob er einen oder alle drei Männer damit ansprach!

Wie wir sehen werden, ist das unrelevant.

Wir lesen die ganze Geschichte ab Vers 16


  16Da brachen die Männer auf und wandten sich nach Sodom; und Abraham ging mit ihnen, dass er sie geleitete.

  17Da sprach der HERR: Wie kann ich Abraham verbergen, was ich tue,

  18sintemal er ein großes und mächtiges Volk soll werden, und alle Völker auf Erden in ihm gesegnet werden sollen?

  19Denn ich weiss, er wird befehlen seinen Kindern und seinem Hause nach ihm, dass sie des HERRN Wege halten und tun, was recht und gut ist, auf daß der HERR auf Abraham kommen lasse, was er ihm verheißen hat.

  20Und der HERR sprach: Es ist ein Geschrei zu Sodom und Gomorra, das ist gross, und ihre Sünden sind sehr schwer.

 
21Darum will ich hinabfahren und sehen, ob sie alles getan haben nach dem Geschrei, das vor mich gekommen ist, oder ob's nicht also sei, dass ich's wisse.

 
22Und die Männer wandten ihr Angesicht und gingen gen Sodom; aber Abraham blieb stehen vor dem HERRN

 
23und trat zu ihm und sprach: Willst du denn den Gerechten mit dem Gottlosen umbringen?

 
24Es mögen vielleicht fünfzig Gerechte in der Stadt sein; wolltest du die umbringen und dem Ort nicht vergeben um fünfzig Gerechter willen, die darin wären?

 
25Das sei ferne von dir, daß du das tust und tötest den Gerechten mit dem Gottlosen, daß der Gerechte sei gleich wie der Gottlose! Das sei ferne von dir, der du aller Welt Richter bist! Du wirst so nicht richten.

 
26Der HERR sprach: Finde ich fünfzig Gerechte zu Sodom in der Stadt, so will ich um ihrer willen dem ganzen Ort vergeben.

 
27Abraham antwortete und sprach: Ach siehe, ich habe mich unterwunden zu reden mit dem HERRN, wiewohl ich Erde und Asche bin.

 
28Es möchten vielleicht fünf weniger den fünfzig Gerechten darin sein; wolltest du denn die ganze Stadt verderben um der fünf willen? Er sprach: Finde ich darin fünfundvierzig, so will ich sie nicht verderben.

 
29Und er fuhr fort mit ihm zu reden und sprach: Man möchte vielleicht vierzig darin finden. Er aber sprach: Ich will ihnen nichts tun um der vierzig willen.

 
30Abraham sprach: Zürne nicht, HERR, dass ich noch mehr rede. Man möchte vielleicht dreißig darin finden. Er aber sprach: Finde ich dreißig darin, so will ich ihnen nichts tun.

 
31Und er sprach: Ach siehe, ich habe mich unterwunden mit dem HERRN zu reden. Man möchte vielleicht zwanzig darin finden. Er antwortete: Ich will sie nicht verderben um der zwanzig willen.

 
32Und er sprach: Ach zürne nicht, HERR, dass ich nur noch einmal rede. Man möchte vielleicht zehn darin finden. Er aber sprach: Ich will sie nicht verderben um der zehn willen.

 
33Und der HERR ging hin, da er mit Abraham ausgeredet hatte; und Abraham kehrte wieder um an seinen Ort.

Wo sind die einzelnen drei Männer?

 · In Vers 16 lesen wir, die Männer gehen in Richtung Sodom. Abraham begleitet sie.
Es sind folglich alle drei Männer.

· In Vers 22 lesen wir, die Männer gehen nach Sodom. Aber: Abraham bleibt vor dem HERRN stehen. Es kommt zu dem berühmten Wortwechsel wegen der geplanten Vernichtung von Sodom und Gomorrah.

· In Vers 33 wird dieser Wortwechsel explizit als beendet bezeichnet und mit der Wendung versehen: "Und der HERR ging hin" (bzw. weg, wie man auch übersetzen möchte).

Wir wissen nicht, wohin der HERR geht.
Abraham geht nach Hause.

 Lots Erlebnis in 1. Mose 19

 Die beiden Engel kommen in Sodom an   

   1Die beiden Engel kamen gen Sodom des Abends; Lot aber saß zu Sodom unter dem Tor. Und da er sie sah, stand er auf ihnen entgegen und verneigte sich bis zur Erde. 

Wir haben hier keine neue Begebenheit, die zufällig damit beginnt, dass zwei Engel zu Lot nach Sodom kommen, sondern es handelt sich um die beiden Männer, die von Abraham in Richt det die Engel nicht mit Gottesnamen HERR an

Da Lot die beiden Engel mit "liebe Herren" anredet (1.Mose 19,2) und nicht etwa mit HERR (Jahwe), ergibt sich die Frage, ob er es nicht besser wusste, also ob Abraham anders gehandelt hätte. Ganz sicher ist es falsch, Lot diese Einsicht abzusprechen, denn auch er war ein Gerechter, was sich nicht nur aus dem Alten Testament ergibt, sondern auch im Neuen bestätigt wird.  2.Petrusbrief 2,6ff

Lot nennt die Engel zunächst "liebe Herren"

   2und sprach: Siehe, liebe Herren, kehrt doch ein zum Hause eures Knechtes und bleibt über Nacht; laßt eure Füße waschen, so steht ihr morgens früh auf und zieht eure Straße. Aber sie sprachen: Nein, sondern wir wollen über Nacht auf der Gasse bleiben.

   3Da nötigte er sie sehr; und sie kehrten zu ihm ein und kamen in sein Haus. Und er machte ihnen ein Mahl und buk ungesäuerte Kuchen; und sie aßen.

   4Aber ehe sie sich legten, kamen die Leute der Stadt Sodom und umgaben das ganze Haus, jung und alt, das ganze Volk aus allen Enden,

   5und forderten Lot und sprachen zu ihm: Wo sind die Männer, die zu dir gekommen sind diese Nacht? Führe sie heraus zu uns, daß wir sie erkennen.

   6Lot ging heraus zu ihnen vor die Tür und schloß die Tür hinter sich zu

   7und sprach: Ach, liebe Brüder, tut nicht so übel!

   8Siehe, ich habe zwei Töchter, die haben noch keinen Mann erkannt, die will ich herausgeben unter euch, und tut mit ihnen, was euch gefällt; allein diesen Männern tut nichts, denn darum sind sie unter den Schatten meines Daches eingegangen.

   9Sie aber sprachen: Geh hinweg! und sprachen auch: Du bist der einzige Fremdling hier und willst regieren? Wohlan, wir wollen dich übler plagen denn jene. Und sie drangen hart auf den Mann Lot. Und da sie hinzuliefen und wollten die Tür aufbrechen,

  10griffen die Männer hinaus und zogen Lot hinein zu sich ins Haus und schlossen die Tür zu.

  11Und die Männer vor der Tür wurden mit Blindheit geschlagen, klein und groß, bis sie müde wurden und die Tür nicht finden konnten.

  12Und die Männer sprachen zu Lot: Hast du noch irgend hier einen Eidam und Söhne und Töchter, und wer dir angehört in der Stadt, den führe aus dieser Stätte.

  13Denn wir werden diese Stätte vederben, darum daß ihr Geschrei groß ist vor dem HERRN; der hat uns gesandt, sie zu verderben.
  14Da ging Lot hinaus und redete mit seinen Eidamen, die seine Töchter nehmen sollten: Macht euch auf und geht aus diesem Ort; denn der HERR wird diese Stadt verderben. Aber es war ihnen lächerlich.

  15Da nun die Morgenröte aufging, hießen die Engel den Lot eilen und sprachen: Mache dich auf, nimm dein Weib und deine zwei Töchter, die vorhanden sind, dass du nicht auch umkommst in der Missetat dieser Stadt.

  16Da er aber verzog, ergriffen die Männer ihn und sein Weib und seine zwei Töchter bei der Hand, darum dass der HERR ihn verschonte, und führten ihn hinaus und ließen ihn draußen vor der Stadt.

  17Und als sie ihn hatten hinausgebracht, sprach er: Errette deine Seele und sieh nicht hinter dich; auch stehe nicht in dieser ganzen Gegend. Auf den Berg rette dich, dass du nicht umkommst.

Lot nennt beide Engel en bloque "Herr"

  18Aber Lot sprach zu ihnen: Ach nein, HerrAnmerkung von bibelpoint: Kein ernsthafter Bibellehrer wird hier die Behauptung aufstellen, dass damit gemeint sei, Lot habe jeden der beiden Männer einzeln angesprochen. Aber jeder, der diese Behauptung nicht aufstellt, muss sagen, wie Lot dazu kommt, die beiden Männer "Herr" zu nennen.]

  19Siehe, weil dein Knecht Gnade gefunden hat vor deinen Augen, so wollest du deine Barmherzigkeit groß machen, die du an mir getan hast, dass du meine Seele am Leben erhieltest. Ich kann mich nicht auf den Berg retten; es möchte mich ein Unfall ankommen, dass ich stürbe.

 20Siehe, da ist eine Stadt nahe, darein ich fliehen kann, und sie ist klein; dahin will ich mich retten (ist sie doch klein), dass meine Seele lebendig bleibe.

  21Da sprach er zu ihm: Siehe, ich habe auch darin dich angesehen, dass ich die Stadt nicht zerstöre, von der du geredet hast.
  22Eile und rette dich dahin; denn ich kann nichts tun, bis du hineinkommst. Daher ist diese Stadt Zoar genannt.
  23Und die Sonne war aufgegangen auf Erden, als Lot nach Zoar kam.
  24Da ließ der HERR Schwefel und Feuer regnen vom Himmel herab auf Sodom und Gomorra
  25und vernichtete die Städte und die ganze Gegend und alle Einwohner der Städte und was auf dem Lande gewachsen war.

Wenn auch Lot nicht HERR, sondern Herr zu den beiden Engel sagte (nicht einzeln!), so sehen wir dennoch, dass wieder der Plural / Singular Wechsel beginnt. Denn von den antwortenden angesprochenen Engeln heisst es in Vers 21.

Da sprach er zu ihm... ( ! )

Lot ging auch von nichts anderem aus, denn er selber sagte ja in Vers 19:

Siehe, weil dein Knecht Gnade gefunden hat vor deinen Augen, so wollest du deine Barmherzigkeit groß machen, die du an mir getan hast, dass du meine Seele am Leben erhieltest.
Und dass Vers 21 tatsächlich die Antwort Gottes, des HERRN ist, ergibt sich ja aus sich selber, nämlich:

21Da sprach er zu ihm: Siehe, ich habe auch darin dich angesehen, dass ich die Stadt nicht zerstöre, von der du geredet hast.

Bitte in Ruhe durchdenken!

Resümé wegen Abraham und Lot

Also egal was man für eine Meinung hat bezüglich der Anrede HERR und Herr; oder ob Abraham nur den Mann meinte, der der HERR ist, oder alle drei [weil evtl. in seinen Augen diese drei Männer gemeinsam "der HERR" sind]:

Der Versuch einer einfachen Lösung scheitert an den Aussagen der Bibel!

Eine Auslegung in Richtung "...Einigkeit" wird ins Auge gefasst werden müssen, zumindestens kann man hier nicht hochmütig abblocken.

Zur Sachlage

Vorab

 
Das Thema Dreieinigkeit ist durch die Verhärtung der Lehrfronten zu einem Reizthema geworden, in dem meiner Erfahrung nach folgende Beobachtungen zu machen sind:

Manche Vertreter der Dreieinigkeit argumentieren mit recht wenigen Bibelstellen, weil sie sich im Recht fühlen und ignorieren, welches dicke Geflecht an Gegenargumenten sich auf der anderen Seite zusammengebraut hat. Das hat etwas von sicherer Ruhe an sich, die im theologischen Sinne oft nicht ausreicht.

Eben weil man zu oft vergisst, dass man sich die Dreieinigkeit nicht  nochmal für sich selber verinnerlicht, sondern einem aufgewiegelten und oft denkfaulen  Lager vermitteln soll. Eine dadurch durch Argumentationskürze erscheinende Arroganz der Erklärungen für die Dreieinigkeit regt die Anderen auf und blockiert sie demzufolge, da es scheinbar keinen Sinn hat, sich mit den Vertretern der DEK auseinanderzusetzen.

Dazu kommt ja, dass ein großer Teil der Kirchen die DEK für eine völlig abstruse Ausweitung verantwortlich zeichnet, die dann in unbiblische Lehren umschlagen
(z. B. die Lehre von der Mutter Gottes).

Meiner Überzeugung nach mißbraucht die katholische Kirche seit dem 4. Jahrhundert den wahren Kern der DEK dazu, gewisse heidnische bzw. altbabylonische Kulte in die Kirche einzuschleppen. Das allein ist aber für mich nie ein Grund gewesen, die DEK abzulehnen; ich würde mir dabei wie ein Depp vorkommen, der denkt, eine Geraderückung einer Verfälschung bestünde zwingend in der Umkehrung der Sachlage. Einer der dümmsten Sprüche, die ich je gelesen habe lautete:
"Wenn etwas wahr ist, muss das Gegenteil davon unwahr sein." Der Umkehrschluß folgt auf solche Denkweise auf dem Fuß: "Wenn etwas unwahr ist, wird wohl das Gegenteil davon wahr sein!" Solche Denkansätze gehen an der Realität vorbei, dass Lüge und Unwahrheit diffizil sein kann und oft Wahrheit nicht schlichtweg umdreht, sondern mit verkehrten Aspekten ausstattet. Nur ein "zwar" und "aber" kann solche Verflechtungen lösen. Dies jedoch haben viele Menschen verlernt, besonders in einer Gesellschaftsordnung, in der die Menschen von Kindesbeinen an gewöhnt sind, Kreuzchen bei "Ja" oder "Nein" machen zu müssen...

Die Gegner der DEK wiederum erscheinen mir regelmäßig oberschlau in dem Sinne, grundsätzlich zu denken, dass die DEK auf einer flachen und undurchdachten denkunscharfen Tradition beruht, die einfach blind nachgeplappert würde, ohne auf  Argumente zu hören. Hinweise, wenigsten einmal anzunehmen, dass die DEK auf einem stabilen Fundament beruht und dass sich die Vertreter der DEK ausreichend Gedanken gemacht haben, werden in der Regel völlig übergangen.

Meine persönliche Erfahrung: Gegner der DEK sind im Argumentieren immer etwas höhnisch und spitz, eine Spur zu grantig. Dies passt ja gerade zu der Meinung, die anderen seien völlige Denk-Deppen.

Sicher aber ist eins: auf beiden Seiten befinden sich, wie soll es anders auch sein, Leute mit völlig unausgegorenen Vorstellungen, die gerade mal ausreichen, um sich in dieser geistlichen Auseinandersetzung auf die Seite derer zu stellen, die man zu verteidigen gedenkt.

Die biblischen Wurzeln der Dreieinigkeit - Die Dreieinigkeitstheologie

Die Lehre von der DEK ist in keiner Weise begreifbar, wenn man sich nicht -wenigsten übergangsweise- von der Vorstellung befreit, dass die Vertreter der DEK nichts als ein  Haufen Irrlehrer sind, die völlig unbelehrbar denken, dass es drei Götter gibt, obwohl die Bibel immer wieder darauf hinweist, dass Gott Einer ist.

Auch hier scheinen keine Appelle zu helfen: Trinitarier glauben nicht an drei Götter, sondern sie sehen immerwiederkehrende Hinweise der Bibel, den einen Gott betreffend. Die Gegner der DEK ignorieren dies regelmäßig, sodass man den Eindruck bekommt, dass sie lediglich zanken wollen und keinen wirklichen Argumente - Abgleich suchen. Solche Menschen gibts es ja.

Wenn ich zum Beispiel eine große Tonne sehe und beim Untersuchen feststelle, dass sie in sich in drei oder mehrere Teile aufgeteilt ist und mir immer wieder vorgeworfen wird, dass ich behauptet hätte, drei Tonnen zu sehen, dann platzt mir dann irgendwann der Kragen. Man soll doch nicht lügen, oder?

Zunächst will ich sagen, dass die Lehre von der DEK nicht eine Ansicht ist, die es zu verteidigen gilt, weil man eben will, dass es so ist (Ja, solche Leute gibt es auch, warum auch immer), sondern eine Entdeckung beim genauen Hinhören verschiedener biblischen Aussagen. Nämlich wenn der ernsthafte Bibelleser nicht nur drüberhinwegliest, sondern sich öfters mal fragt, wie das denn gemeint ist was er grade liest.

Da es die Lehre von der DEK nunmal schon gibt, erscheinen die Argumente der Befürworter schnell so, als wollten sie sie einfach krampfhaft verteidigen ohne zu merken, dass dies oder das doch kein echtes Argument ist. Hierbei wird regelmäßig der Fehler gemacht, nur in Kurz-Etappen zu spalten und immer ironisch nachzuhaken, ob man tatsächlich daraus oder hieraus eine DEK erkenne!

Das Szenario erinnert an ein Gerichtsverfahren in dem der Staatsanwalt dem unschuldigen Angeklagten alle Arten von Beschuldigungen vorhält, und die ehrlichen Antworten für gerissene Ausreden hält. Wie leicht in einem solchen Verfahren beide Parteien in den Verdacht geraten können, die Erklärung der anderen Seite vorschnell als Verhandlungstaktik abzutun, wissen wir allzugut. Aber so ist es nunmal, mit der "Gerechtigkeit".

Ich bin der festen Überzeugung, dass die Befürworter der DEK im Recht sind und mit der richtigen Grundhaltung an die Bibel herangehen. [Damit will ich nicht gesagt haben, dass alle Trinitarier richtig argumentieren oder gar ihre Rechtgläubigkeit als solche feststünde. Dass Antitrinitarismus rechtgläubig sein kann, will ich mit der letzten Relativierung aber auch nicht gesagt haben, wenn es eine verfestigte lebenslange Haltung ist. Denn das hat ja ursächliche Gründe, die allein Gott bekannt sind. Zumindesten eine mildere Grundhaltung wäre angebracht wegen der erdrückenden Last an Hinweisen. Dies legen sich die Gegner der DEK dann aber als eigene Schwäche und Zugeständnis gegenüber den Kirchen aus und ziehen auch das nicht in den Bereich des möglichen. 

Dazu zählen zwei Grundvoraussetzungen:

Nämlich erstens, dass ich nichts weiss über die Wahrheit, ausser von Gott selber und seinem Wort und zweitens, dass ich nicht dass, was ich nicht wahrhaben will, zwingend wegargumentieren werde.
Das aber scheint vielen nicht zu gefallen. Sie sagen: Es können auf einem Schachbrett nicht fünf Springer stehen. Sie wissen nämlich etwas nicht: Dass sich bei der Bauernumwandlung der Spieler nicht zwingend eine neue Dame nehmen muss, sondern jede beliebige Figur ohne Rücksicht darauf, ob diese Figur vorher durch Schlagen vom Brett genommen wurde!

Was aber soll "Logik" sein, bezüglich einer anderen Realität, die wir nicht kennen? Wichtig ist doch nicht, was wir denken oder wünschen, sondern was die biblische Realität ist.

Lassen wir nun die Bibel zu Wort kommen und die natürlichen Fragestellungen entstehen. Lassen wir diesen Fragen freien Lauf ohne immer gleich "Irrlehre" zu rufen!

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