Theologie
Die Lehre von der Dreieinigkeit 2
Nun sollen einige Bibelstellen beleuchtet werden. Zitate ohne Quellenangabe sind aus der Neuen Welt Übersetzung.
Jesus sagt in Matthäus 23,37
37Jerusalem, Jerusalem, die da tötet die Propheten und steinigt, die zu ihr gesandt sind - wie oft habe ich deine Kinder versammeln wollen, wie eine Henne ihre Küken unter ihre Flügel versammelt! Ihr aber habt nicht gewollt.
Jeder der an biblischer Wahrheit interessiert ist, wird sich fragen dürfen, wann und wo Jesus das getan haben will. Gerade der schwerwiegende Vergangenheitsblick "wie oft habe ich deine Kinder versammeln wollen" macht deutlich, dass hier eine verdeckte Aussage enthalten ist. Welche? Triftt die Aussage eigentlich nicht lediglich auf Gott zu?
Matthäus 22,41-46
41Während nun die Pharisäer versammelt waren, fragte Jesus sie:42"Wie denkt ihr über den Christus? Wessen Sohn ist er?“. Sie sagten zu ihm: „Davids.“ 43Er sprach zu ihnen: „Wie kommt es denn, dass David ihn durch Inspiration ‚Herr‘ nennt, wenn er sagt:44´Jehova sprach zu meinem Herrn: „Setze dich zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde
unter deine Füße lege.“ ‘? 45Wenn also David ihn ‚Herr‘ nennt, wieso ist er sein Sohn?“ 46Und niemand war imstande, ihm ein Wort zu erwidern, noch wagte es jemand von jenem Tag an, ihn noch
weiter zu befragen.
Da nur EINER Davids Herr sein kann, nämlich Gott, wissen die Pharisäer nicht, wie sie in diesem Fall ihre eigene Schrift auffassen sollen.
Das, was heute manche Glaubensgemeinschaft über die Lösung dieses Problems hervorbringen könnten, z.B. ein typisches unexegetisches Gezerre, hätten die Pharisäer ja auch sagen können. Sie wussten
aber, dass das nicht geht. Denn eine Basis an Schriftliebe und -Verständnis hatten sie ja!
Heute sieht man das anders. Da wird alles erdenkliche herandiskutiert, bis die eigene Meinung passend gemacht wird. Also genau so, wie es auch in unserer Gesellschaftsordnung zur Normalität geworden
ist.
Ich könnte mir vorstellen, dass gewisse Leute sagen: Ja, es gibt doch nicht nur den HERRN als unseren Schöpfer, sondern auch den innerweltlichen Begriff des Herrn.
Hier könnten dann Bibelstellen aufgezeigt werden. Auffällig dabei wäre, dass solche Leute vergessen, dass ja David den Messias nicht "innerweltlich" Herrn nennen würde.
Psalm 45,7-8
7 Dein Thron, o Gott, ist immer und ewig, ein Zepter der Geradheit ist das Zepter deiner Herrschaft.
8 Gerechtigkeit hast du geliebt und Gottlosigkeit gehaßt: darum hat Gott, dein Gott, dich gesalbt mit Freudenöl vor deinen Gefährten.(Elberfelder)
Da Verse wie diese keinen Interpretationsspielraum lassen - Gott wird angeredet (Vers 7) und ihm wird ein Gott gesetzt (Vers 8), mögen die Zeugen Jehovas
ihre alte Elberfelder Bibel nicht mehr leiden. Die NWÜ versteigt sich deshalb in die Abstrusität:
6*Gott ist dein Thron auf unabsehbare Zeit, ja für immer;
Das Zepter deines Königtums ist ein Zepter der Geradheit.
7 Du hast Gerechtigkeit geliebt, und du haßt Bosheit.
Darum hat dich Gott, dein Gott, mit dem Öl des Frohlockens gesalbt, mehr als deine Mitgenossen.
*Die NÜW hat hier eine andere Zählweise, daher sind es die Verse 6 und 7
Seltsam, oder? Wie habe die Zeugen Jehovas das denn hingebogen, als sie noch die Elberfelder Bibel anerkannten???
Titus 2,13
13während wir auf die beglückende Hoffnung und das Offenbarwerden der Herrlichkeit des großen Gottes und [des] Retters von uns, Christus Jesus, warten..
Und das aus dem Munde der Zeugen Jehovas. Jesus ist also laut der NWÜ der "große Gott"?
Matthäus 11,2-3
2Johạnnes aber, der im Gefängnis von den Werken des Christus gehört hatte, sandte durch seine eigenen Jünger hin 3 und ließ ihm sagen: „Bist du der Kommende, oder sollen wir einen anderen erwarten?“ 4In Erwiderung sagte Jesus zu ihnen: „Geht hin und berichtet Johạnnes, was ihr hört und seht: 5Blinde sehen wieder, und Lahme gehen umher, Aussätzige werden gereinigt, und Taube hören, und Tote werden auferweckt, und Armen wird die gute Botschaft verkündigt; 6und glücklich ist, wer nicht Anstoß an mir nimmt.“
Jesus gibt diese Antwort doch nicht einfach so ohne beweisfähigen intentionskräftigen Hintergrund! Auf die Frage, ob er der ist, der da Kommen soll, zitiert Jesus praktisch Jesaja 35, 3-6!
Denn dort findet sich ja diese Prophezeiung "Zu jener Zeit werden die Augen der Blinden geöffnet..." usw.
[Jesaja 35,3-6
3Stärkt die schwachen Hände, und festigt die Knie, die wanken.4Sagt zu denen, die ängstlichen Herzens sind: „Seid stark. Fürchtet euch nicht. Seht, euer eigener Gott,
mit Rache wird er kommen, ja Gott mit Vergeltung. Er selbst wird kommen und euch retten.“
5Zu jener Zeit werden die Augen der Blinden geöffnet, und die Ohren der Tauben, sie werden aufgetan. 6Zu jener Zeit wird der Lahme klettern wie ein Hirsch, und die Zunge des Stummen wird jubeln.]
Aber der Punkt ist -und genau darauf kommt es an- dass die Jesajastelle sagt, dass es "Gott selbst" sein wird (Vers 3).
Wenn also Jesus deutlichmacht, dass laut Jesaja eines Tages "Gott selbst" kommen und retten wird, und dass in diesem Zusammenhang "Blinde sehen, Lahme gehen" usw., dann liegt deutlich auf
der Hand, dass es sein kann, dass trinitarische Gedankenansätze garnicht so unbegründet sind. Jetzt höre ich aber sagen: Jesus meinte in seiner
Antwort nicht Jesaja 35! Trinitarier suchen ja lediglich nach Bibelstellen und glauben immer, wenn wieder eine Bibelstelle "passen könnte", einen neuen "Beweis" gefunden zu haben. Genau
hier irren die Gegner der DEK. Indem sie genau das bei jedem Argument denken, hören sie garnicht mehr zu, ob es sich der Trinitarier wirklich so einfach macht!
Das macht er ja gerade nicht. Er lässt die Möglichkeit, dass Jesus nicht auf Jesaja 35 abzielen wollte im Raum schweben, obwohl -und das müssen alle Christen zugeben- die
Wahrscheinlichkeit, dass Jesus Jesaja 35 nicht meinte fast gleich null ist. Er reiht zuerst Argument an Argument aneinander ohne gleich immer an eine unlösbare Verbindung der
Argumente zu denken. (Dies machen Flachdenker gern, indem sie einen Gedanken auf den andern bauen ohne sich zu fragen, ob der Basisgedanke Absolut bewiesen ist oder nur
eine Option darstellt.)
Nehmen wir aber an, dass Jesus wirklich auf Jesaja 35 anspielt, und ja auch -nur- so dem Johannes eine exegetisch sinnvolle Antwort auf dessen Frage mitteilen lässt (was soll
Johannes denn ansonsten von dieser Antwort halten?),
dann dürfen wir die Frage stellen, wieso eigentlich Jesaja den Messias "Ewig-Vater" nennt. Ihr Lieben! Es geht nicht immer nur darum, bei
jedem Argument eine Anti-Erklärung zu suchen: Wie Jesaja das wohl gemeint habe, denn Jesus sei ja nicht Gott (da das ja unlogisch sei), Jesaja muss ja mit Ewiger Vater etwas anderes
gemeint haben als ewiger Vater, Gott, der Schöpfer; es gibt aber nur einen Ewigen Vater, das geben wir ja zu, also hatte sich Jesaja wahrscheinlich einer sprachlichen Floskel bedient usw. usf. oder
man könnte Jesus irgendwie in übertragenem Sinne auch als Vater bezeichnen usw. usf.
So schiefgewickelt und nicht anders lauten ja die Gegenargumente immer.
Ja, der Herr Professor "könnte" im Zickzack rückwärts zur Uni gegangen sein. Aber doch nicht jeden Tag! Klar, es "könnte" immer ein Gegen-Szenario geben; sogar der Geschädigte "könnte" nicht angestochen worden sein, sondern ins Messer reingelaufen sein -und das drei mal hintereinander?- grade nachdem ihm angedroht wurde, dass man ihn töten wolle; aber wie sinnvoll ist so eine Annahme, wenn der Täter wegen Messerstecherei zweimal vorbestraft ist? Der Einzige Zeuge ist ein siebenjähriger Junge, der sagt aus, der Täter habe gestochen; aber nach der "Logik" der Einzelpunkt-Zerredung lassen wir die Aussage nicht gelten; da dies als Urteilsgrund zu unsicher sei. Dann sprechen wir den Täter frei, weil wir den Zusammenhang verloren haben!
Sondern wir müssen auch mal durchleuchten, was wir in der Bibel lesen.
Jesaja selbst betont ja in Kap. 46,9 (ein Gott und sonst keiner) / / 45,21 / (kein Gott und Heiland außer mir),
dass er die richtige Sicht von Gott hat!
Er würde doch niemals plötzlich ins Gegenteil umschwenken. Aber genau das täte er doch, indem er dem einzigen ewigen Vater einen zweiten ewigen Vater gegenüberstellen würde. DAS wäre
ja Polytheismus, nicht die Anerkenntnis, dass Gott Mensch wurde in seinem Sohn. 43,10-11 (ein Gott; dieser ist der Heiland! Explizit!
Sich nicht einmal annähernd mit der Option zu befassen, dass hier ein komplexes Geheimnis steckt hieße, bewußt polytheistische Ansichen zu unterstützen!
Liebe Brüder, wieviele Heilande gibt es denn? Einen oder zwei?
Jesaja 9,6
6Denn ein Kind ist uns geboren worden, ein Sohn ist uns gegeben worden; und die fürstliche Herrschaft wird auf seiner Schulter sein. Und sein Name wird genannt werden: Wunderbarer Ratgeber, Starker
Gott, Ewigvater, Fürst des Friedens...
Wenn Jesaja dies plötzlich sagt, dann ist das für uns keine Frage der Zerrerei, wie er es gemeint habe. Er hat es so gemeint, wie es da steht. Er würde doch nicht -auch noch unter
Lebensgefahr- bewusst und gegen Gott eine Entscheidung treffen, die seine Worte als Gotteslästerung erscheinen lassen könnten,
nur weil er irgendeine gedankliche Marotte oder einen unüblichen Sprachgebrauch zum Ausdruck bringen wollte.
Keiner von uns würde eine wichtige und ehrenswerte Person absichtlich mit einer entehrenden Doppeldeutigkeit beschreiben, nur um hinterher zu sagen, es anders gemeint zu
haben. Warum sollte ein heiliger Prophet Gott zum Trotze den Messias "Ewiger Vater" nennen, wenn es in keiner Weise so ist?
Die Gottesattribute (Neue Welt Übersetzung)
| Jehova | Jesus |
|
Jehova ist unser Retter „Außer mir gibt es keinen Retter“ Jes. 43,3.10; 45,21.22; 60,16; 49,26 |
Jesus ist unser Retter „Retter der Welt“ Apg. 13,23; Luk. 2,11; 2.Tim. 1; Titus 2,13 |
|
Jehova ist unser Erlöser Was unseren Erlöser anbetrifft, Jehova der Heerscharen ist Sein Name. Jer. 31,35; Jes. 47,4 |
Jesus ist unser Erlöser Christus hat uns erlöst Gal. 3,13; Offb. 5,9; Titus 2,14; Luk. 24,21 |
|
Jehova unser Vater Jes. 63,16; 64,8 |
Jesus ist: Ewiger Vater Jes. 9,6 |
| Jehova ist Herr über alle Herren 5. Mo. 10,17 | Jesus ist Herr über alle Herren Offb. 17,14 |
|
Jehova ist das Alpha und das Omega Offb. 1,8 / Jes. 43,10; 41,4, 48,12 |
Jesus ist das Alpha und das Omega Offb. 21,6 / 22,13 |
| Jehova ist König für immer (Ps. 10,16) |
Jesus ist unser König König der Könige (Tim. 6,14; Matt. 21,5) |
Beim Versuch Gegenargumente zu finden, soll man bedenken, dass es nicht ausreicht, irgendwo ein oder zwei "Widerlegungen" zu finden, um die andere Seite zu diskreditieren, aber das Wichtigste zu unterschlagen. Also ein konkretes Beispiel:
| Kann Gott einerseits und Jesus gleichermaßen das Alpha und das Omega sein? |
Selbst wenn nur diese eine Frage übrigbliebe, stimmt etwas nicht! Und habe ich mir die Frage gestellt, WARUM die Bibel so ist?
Ich kann nur an jeden Christen appellieren, beim Versuch der Punkt für Punkt Widerlegung nicht das Ganze aus den Augen zu verlieren.
Typisch wäre: Ja, Gott ist eben der Erlöser des Volkes Israel und Jesus ist unser Erlöser.
Solche "Argumente" zeigen einen zerrütteten Geist, denn solche unbiblischen Rundumschläge verlieren völlig den Bibelkontext aus den Augen.
Denn Jesus ist der Erlöser aller Menschen, also auch der Erlöser des Volkes Israels. Bleibt, einen anderen zeitlichen Kontext zu unterstellen.
Aber wie wäre es dann, wenn ein Wort wie "immer", keine Diskussionen am zeitlichen Kontext zulässt?
Jehova ist König für immer! (Psalm 10,18) Wozu soll dann Jesus auch König sein? Gibt es dann in Ewigkeit zwei Könige? Und zwei Königreiche?
Denn auch das Volk Israel wird ja letztlich errettet. Römer 11, 25-32!
Genaugenommen müßte man denken, die Bibel widerspricht sich ständig oder man müßte, um ihr Ehre zu bezeugen, immer irgendwelche langatmigen und unverständlich kontextlosen "Erklärungen" suchen. Das widerspräche aber der "Einfalt des Glaubens", die aus der Bibel herauszulesen ist. Gott will uns doch nicht ständig komplizierte "Rätsel" aufgeben!
Die Personenvertauschungen
Liebe Gegner der Dreieinigkeitslehre,
was denkt ihr eigentlich. Weiß Jesus immer was er sagt? Natürlich.
Johannes 14,16-17
16und ich will den Vater bitten, und er wird euch einen anderen Helfer geben, damit er für immer bei euch sei: 17den Geist der Wahrheit, den die Welt nicht empfangen kann, weil sie ihn weder sieht noch ihn kennt. Ihr kennt ihn, weil er bei euch ble
Wir lernen also hier, dass Jesus den Vater bitten wird, einen Helfer zu senden (den Geist der Wahrheit) und dieser Bitte wird entsprochen werden...
Das passt ganz eindeutig zu Johannes 14,26
14,26Der Helfer aber, der heilige Geist, den der Vater in meinem Namen senden wir, dieser wird euch alle Dinge lehren und euch an alle Dinge erinnern, die ich euch gesagt habe.
Ganz "gegenteilig" erklärt es Jesus in Johannes 15,26
15,26Wenn der Helfer gekommen ist, den ich euch vom Vater her senden will, der Geist der Wahrheit, der vom Vater ausgeht, wird dieser Zeugnis von mir ablegen; 27und auch ihr sollt Zeugnis ablegen, weil ihr bei mir gewesen seid, seitdem ich begann.
Wir lernen also nun im Gegensatz zu Jo 14,16 dass der Geist der Wahrheit von Jesus gesendet werden wird!
Da wir aber wissen, dass Jesus uns nicht mit verkehrten Fakten verwirren würde, müssen wir überlegen, was Personenvertauschungen bedeuten.
wird bald weiterbearbeitet...
Tags: Neue Welt Übersetzung, Zeugen Jehovas, Dreieinigkeit, Alpha, Omega, Jehova, Jerusalem


