Theologie
Vom Gebotehalten
Dies ist eine ernste Mahnung an Christen, die sich von der These beeindrucken lassen, Christen bräuchten die Gebote Gottes nicht zu halten. Dieser Lehre soll an hier mit Bibelkenntnis entgegengetreten werden. Zuvor wollen wir die Bibelstellen voranstellen, die diese Irrlehre von vornherein in Erklärungsnot bringt. Die Lehre, keine Gebote halten zu müssen -manche sagen sogar: nicht zu dürfen- stützt sich auf Aussagen des Apostel Paulus in seinen Briefen an die Römer, Epheser, Galater und Kolloser. Dort spricht Paulus einige Themen an, die etlichen Bibellehrern unverständlich sind. Daher neigen sie zur Verflachung und ziehen mittels Eisegese verkehrte Schlüsse. Die anderen Aussagen werden ignoriert.
Sollte Paulus seine eigenen Worte an die Korinther vergessen haben, als er seine Briefe zum Beispiel an die Galater, Kolosser und Römer schrieb?
Wir wollen sein eigenes Wort aus 1. Korinther.7,19
zitieren, um eine unbequeme Frage zu stellen: Warum schreibt Paulus dort:
"Beschnitten sein ist nichts und unbeschnitten sein ist nichts, sondern: Gottes Gebote halten."
Wenn Paulus also hier explizit das Halten der Gebote hervorhebt, dann kann es keine Stelle in der Bibel geben -und erst recht nicht von Paulus selbst- die die Gläubigen auffordert, mit dem Gebotehalten aufzuhören...
Eine Zusammenschau hilft uns, einen Argumentevergleich vorzubereiten Deshalb nun einige Bibelstellen aus dem Neuen Testament mit direkter Weisung:
| 1Kor7,19 | - | Beschnitten sein ist nichts und unbeschnitten sein ist nichts, sondern: Gottes Gebote halten |
| 1Jo 2,3 | - | Und daran merken wir, dass wir ihn kennen: wenn wir seine Gebote halten |
| 1Jo 2,4 | - | Wer da sagt: Ich kenne ihn, und hält seine Gebote nicht, der ist ein Lügner |
| 1Jo 3,22 | - | denn wir halten seine Gebote und tun, was vor ihm gefällig ist |
| 1Jo 3,24 | - | Und wer seine Gebote hält, der bleibt in ihm und er in ihm |
| 1Jo 5,2 | - | dass wir Gottes Kinder lieben, wenn wir Gott lieben und seine Gebote halten |
| 1Jo 5,3 | - | Denn das ist die Liebe zu Gott, dass wir seine Gebote halten |
| Off12,17 | - | zu streiten mit den übrigen... die da Gottes Gebote halten und haben das Zeugnis Jesu Christi |
| Off14,12 | - | Hier ist Geduld der Heiligen; hier sind, die da halten die Gebote Gottes und den Glauben an Jesus |
| Off22,14 | - | Selig sind, die seine Gebote halten, auf dass sie Macht haben an dem Holz des Leben |
Bitte unbedingt bedenken: Es heißt "Gebote", also Mehrzahl. Das beweist, dass hier nicht lapidar "die Liebe" gemeint sein kann! Auch heißt es ja "Gebote Gottes". Auch die Lehre von der Dreieinigkeit kann nicht machen, dass hiermit allein Forderungen Jesu gemeint sind. Auf solche Gedanken kommen nur diejenigen Christen, die gegen die Gebote Gottes rebellieren wollen.
Da Paulus das Halten der Gebote explizit hervorhebt, kann es keine Bibelstelle geben -und erst recht nicht von Paulus selbst- die Christen oder Juden dazu auffordert, keine Gebote zu halten. Dazu 1. Korinther 7 Vers 19!
Frage des reichen Jünglings nach dem ewigen Leben
Und siehe, einer trat zu ihm und sprach: Guter Meister, was soll ich Gutes tun, dass ich das ewige Leben möge haben? Er aber sprach zu ihm: Was heißest du mich gut? Niemand ist gut als allein Gott. Willst du aber zum Leben eingehen, so halte die Gebote. Da sprach er zu ihm: Welche? Jesus aber sprach: "Du sollst nicht töten; du sollst nicht ehebrechen; du sollst nicht stehlen; du sollst nicht falsch Zeugnis geben; ehre Vater und Mutter;" und: "Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst."
Der reiche Jüngling fragte ganz recht: „Welche?", da ja das jüdische Gesetzeswerk über 600 Vorschriften kennt. Jesus nimmt die Frage ernst und antwortet ohne jegliche Gereiztheit, indem er dem
Jüngling die 10 Gebote anreißt und gleichzeitig den Hinweis auf die Nächstenliebe aus 3. Mose 19,18 einbringt. Dass die Nächstenliebe die Erfüllung (also die Ausfüllung und nicht etwa die
Beendigung) des Gesetzes ist - da das reine Halten der Buchstaben der Gebote ja logischerweise sinnlos ist -, wird vom Neuen Testament großangelegt thematisiert und bietet hier durch seine Fülle
natürlich die Möglichkeit zu einem fundamentalen Mißverständis, nämlich daß „Erfüllung des Gesetzes" mit „Beendigung des Haltens des Gesetzes" gleichzusetzen sei. Wir wissen bereits, dass
1.Korintherbrief 7,19 , 2. Johannesbrief 1, 6 wie auch Offenbarung 14, 12 usw. schwerwiegende Hindernisse für eine solche Lehre darstellen.
Die richtige Frage lautet also : Welche Gebote?
Diese Frage ist nicht dumm und auch nicht provozierend. Nehmen wir nun als Beispiel noch einmal den reichen Jüngling aus Matthäus 19,17-22 im Textvergleich mit Lukas 18, 18-22
Und es fragte ihn ein Oberster und sprach: Guter Meister, was muss ich tun, dass ich das ewige Leben ererbe? Jesus aber sprach zu ihm: Was heißest du mich gut? Niemand ist gut als allein Gott. Du weißt die Gebote wohl: "Du sollst nicht ehebrechen; du sollst nicht töten; du sollst nicht stehlen; du sollst nicht falsch Zeugnis reden; du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren." Er aber sprach: Das habe ich alles gehalten von meiner Jugend auf. Da Jesus das hörte, sprach er zu ihm: Es fehlt dir noch eins. Verkaufe alles, was du hast, und gib's den Armen, so wirst du einen Schatz im Himmel haben; und komm, folge mir nach!
Warum haben wir nunmehr zusätzlich den Lukastext untersucht?
Den Parallelbericht von Lukas brauchen wir deshalb, weil Jesus [nach der Antwort: Das habe ich alles gehalten von meiner Jugend auf.] nicht sagt: "Das war ja sowieso der verkehrte Weg", sondern:
"Eines fehlt dir noch". Desgleichen bestätigt der Markustext Markus 10, 17-21!
Dies konnte aus dem Matthäusbericht nicht so eindeutig entnommen werden. Der Matthäusbericht wiederum war wichtig, weil er nicht schlechthin sagt: "Du kennst die Gebote" [wie bei Lukas], sondern
explizit deutlichmacht "Halte die Gebote"!
Die Lesung der verschiedenen Evangelien nutzt das Prinzip der Zusammenschau; eine sehr wichtige Lese-Methode!
Eines fehlt dir noch!
Was bedeutet denn die Aussage: "Eines fehlt dir noch"?
Die Aussage "Eines fehlt dir noch" bedeutet, dass Jesus Wert auf beides legt. Wie eine Münze zwei Seiten hat, besteht der christliche Glaube aus Nachfolge und Gehorsam gegenüber Gottes Wort. Jesus macht deutlich: Eins kann ohne das andere nicht sein. Natürlich verschärft Jesus durch die Aufforderung zur bedingungslosen Nachfolge die Situation, besonders da die Nachfolge nicht fehlen darf; aber die Gebote hebt Jesus durch den Satz: "Eines fehlt dir noch" doch nicht auf; im Gegenteil: Er hebt sie nicht nur nicht auf, sondern: Er bestätigt die Gültigkeit der Gebote dadurch ausdrücklich!
Natürlich sind das nicht alle Belege aus der Bibel, diese waren aber die direktesten; wir wollen aber geordnet vorgehen.
Auch die Gegner des Gebotehaltens kennen die Bibelstellen. Sie sprechen sie meist nicht von selbst an (!) und versuchen, wenn das Thema nicht zu umgehen ist, folgende Schiene zur Verächtlichmachung der Gebote zu benutzen:
| Vorwurf | Stellungnahme von Peter Schreiber |
|
Gebotehalten kann auch Götzendienst sein... |
Ein abstruser Gedanke, der in der Bibel nicht einmal annähernd konstruiert wird; er stellt auf die Idee ab, dass Christen aus Heuchelei bzw. ohne jeglichen Verstand -sozusagen
stur- Gebote halten, was ohne Liebe zu Gott und den Menschen ganz sinnlos ist. Diejenigen, die dieser Vorwurf tatsächlich trifft, werden das vor Gott rechtfertigen müssen; zum Abschaffen der Gebote kann dieses Argument doch nicht ausreichen. Das wäre ja das gleiche, wie wenn man das gemeinsame Liedersingen oder gar das gemeinsame Gebet des Vater Unser abschaffen würde, nur weil es ja sein kann, dass einige nur lustlos auswändig den Text mitmurmeln... |
|
Die meinen, sie sollen Gebote halten, "haben die |
Das ist ein alter und sehr dummer Vorwurf. Was soll man denn dazu sagen? Wo kommen denn nur derartig feindselige Gedanken her? Wie oft sagt die Schrift so oder ähnlich: 1Jo. 5:3 Denn das ist die Liebe zu Gott, dass wir seine Gebote halten. |
|
Gebote halten heißt, die Gnade Gottes ablehnen... |
Das ist die zurzeit beliebteste Angriffs-Floskel. Mit etwas Nachdenken und Schriftkenntnis ist es ganz unsinnig, so etwas zu behaupten; denn nicht die Bibel sondern der Teufel versucht, Gebotehalten und Gnade als Widerspruch hinzustellen. Mißverständnis hierbei ist Der Begriff Gesetzlichkeit. |
Fahren wir nun fort mit Offenbarung 14,12
Diese Bibelstelle aus Offenbarung 14, 12 redet von der Endzeit, dies wird niemand anzweifeln.
Daraus folgt eindeutig, dass Christen zu allen Zeiten bis zum Ende - und nicht nur zur Zeit der Alten Kirche - die Gebote Gottes halten.
Ein echter Christ wird sich also nicht lange mit der Frage beschäftigen, ob er Gebote halten wird. Unter der Beweislast der Bibelstellen steht das außer Zweifel. Die ehrliche wie auch wichtige
Frage lautet: Welche Gebote?
Wer keine Gebote halten will sollte sich fragen, wie er zur Bibel und somit zu Jesus Wort steht.
Aus gewissen Kreisen kommen immer folgende Töne: entweder alle Gebote der gesamten Bibel oder garkeine!
Und da ja bewiesen sei, dass wir nicht alle mosaischen Gebote halten sollen, siehe hierzu Apostelgeschichte 15, 5- 20, müsse das Ergebnis heißen: Keine Gebote! Wie spitzfindig. Trotz der vielen genannten Bibelstellen zum Gebotehalten! Ist das
nicht merkwürdig?
Der Prophet Jesaja warnt vor so einer Sichtweise. In Jesaja 24,5ff lesen wir in dem Kapitel über die Endzeit:
Das zukünftige Gottesgericht über die Erde
Siehe, der HERR macht die Erde leer und wüst und wirft um, was auf ihr ist, und zerstreut ihre Bewohner. Und es geht dem Priester wie dem Volk, dem Herrn wie dem Knecht, der Frau wie
der Magd, dem Verkäufer wie dem Käufer, dem Verleiher wie dem Borger, dem Gläubiger wie dem Schuldner. Die Erde wird leer und beraubt sein; denn der HERR hat solches geredet. Das Land
verdorrt und verwelkt, der Erdkreis verschmachtet und verwelkt, die Höchsten des Volks auf Erden verschmachten. Die Erde ist entweiht von ihren Bewohnern; denn sie übertreten das Gesetz
und ändern die Gebote und brechen den ewigen Bund. Darum frißt der Fluch die Erde, und büßen müssen's, die darauf wohnen. Darum nehmen die Bewohner der Erde ab, so daß wenig
Leute übrigbleiben.
Dass Jesaja 24 eine Endzeitschau ist, ergibt sich beim Lesen des ganzen Kapitels. Es kann von niemandem
bestritten werden, dass Jesaja kritisch vorhersagt: „...denn sie übertreten das Gesetz (Gottes) und ändern die Gebote..
Wenn das der Grund ist, dass alle in Jesaja 24 genannten Katastrophen begründet werden mit: „...übertreten das Gesetz und ändern die Gebote...", wie kann es dann sein, dass Christen keine Gebote
halten? Ganz im Gegenteil müssten ja die Christen in vorbildlicher Weise die Gebote halten. Denn Jesaja stellt unumstößlich klar, dass Gott von der ganzen Welt das Halten der 10 Gebote verlangt.
Manche Juden glauben zwar (verständlicherweise), dass Gott durch Jesaja 24 von der ganzen Welt verlangt, das gesamte jüdische Gesetz zu halten.
Dagegen spricht hier einerseits natürlich die Aufhebung des alten Bundes durch den Messias - in Übereinstimmung mit den Aussagen der Propheten - und in diesem Zusammenhang das Aposteltreffen in
Apostelgeschichte 15, wo das Halten des Gesetzes Mose als Ganzes - das sind die 613 Gebote - vom heiligen Geist als „Joch" abgelehnt wird:
das weder unsere Väter noch wir haben tragen können?, wie der Apostel Petrus betont (Apg 15, 10)
wie auch andererseits die Tatsache, dass der Begriff „Gesetz" in der Schrift oft genug die 10 Gebote allein meint.
Dazu nun die diesbezüglich wichtigsten Gedankengänge innerhalb dieser Darlegung:
Wir lernen
In 1. Könige 8. 6ff lesen wir:
So brachten die Priester die Lade des Bundes des HERRN an ihren Platz in den Chorraum des Hauses, in das Allerheiligste, unter die Flügel der Cherubim. Denn die Cherubim breiteten die Flügel aus
an dem Ort, wo die Lade stand, und bedeckten die Lade und ihre Stangen von oben her. Und die Stangen waren so lang, daß ihre Enden gesehen wurden in dem Heiligen, das ist die Tempelhalle, vor dem
Chorraum; aber von außen sah man sie nicht. Und dort sind sie bis auf diesen Tag. Und es war nichts in der Lade als nur die zwei steinernen Tafeln des Mose, die er hineingelegt hatte am Horeb,
die Tafeln des Bundes, den der HERR mit Israel schloß, als sie aus Ägyptenland gezogen waren. — Als aber die Priester aus dem Heiligen gingen, erfüllte die Wolke das Haus des HERRN, so daß die
Priester nicht zum Dienst hinzutreten konnten wegen der Wolke; denn die Herrlichkeit des HERRN erfüllte das Haus des HERRN.
Hierzu auch zur Bestätigung 2. Chronik 5,10
Und es war nichts in der Lade außer den zwei Tafeln, die Mose am Horeb hineingetan hatte, da der HERR einen
Bund machte mit den Kindern Israel...
Wir lernen: Wir lesen aus 5. Mose 10,3ff:
In 5. Mose 10, 3-5 lesen wir:
So machte ich eine Lade aus Akazienholz und hieb zwei steinerne Tafeln zu, wie die ersten waren, und ging auf den Berg und hatte die beiden Tafeln in meinen Händen. - Da schrieb er auf die
Tafeln, wie die erste Schrift war, die Zehn Worte, die der HERR zu euch geredet hatte mitten aus dem Feuer auf dem Berge zur Zeit der Versammlung; und der HERR gab sie mir. - Und ich wandte mich
und ging vom Berge herab und legte die Tafeln in die Lade, die ich gemacht hatte...
Wenn also vom Gesetz Mose lediglich die „zwei steinernen Tafeln"- [das sind die 10 Gebote, und sonst nichts! - 5.
Mose 10, 3-5!]
in der Bundeslade waren, sehen wir also, dass die 10 Gebote durchaus "das Gesetz" heißen.
In die Lade kamen nur die „zwei steinernen Tafeln" - das sind die 10 Gebote, und sonst nichts!
Die beiden Gesetzestafeln kamen also in die Bundeslade. [Ein goldener Krug mit Manna und Aarons Stab, der geblüht und Frucht getragen hatte, wurde später hinzugetan.]
In die Bundeslade kamen nicht die gesamten 613 Gesetzesvorschriften!
Sehr wichtig ist deshalb die Schlüsselstelle:
Dass die restlichen Satzungen nicht in sondern neben der Lade lagen, sagt ja die Schrift selbst in 5. Mose 31,26: Nehmt das Buch dieses Gesetzes und legt es neben die Lade des Bundes des HERRN, eures Gottes, dass es dort ein Zeuge sei wider dich...
Tags: Gebotehalten, Gebote, Gebotes Gottes, Bibel, Dekalog, 10 Gebote, Zehn Gebote, Gesetzeslade, Bundeslade, Gesetzestafeln
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