Theologie

Vom Gebotehalten 3

Fortsetzung von Gebotehalten 2...

 

Jesus sagt, er sei nicht gekommen, dass Gesetz aufzulösen, sondern zu erfüllen! Was aber heißt: „sondern zu erfüllen"? Viele glauben, „erfüllen" heisst für uns „beenden", weil Jesus dieses Gesetz stellvertretend für uns fehlerfrei gehalten [erfüllt] hat und damit seien wir raus aus der Sache.

Sie sind nicht bereit darüber nachzudenken, warum Jesus seine Erklärung  -wenn er denn schon sagen hätte wollen, dass wir keine Gebote halten brauchen- so enden lässt:

Wenn ihr also das kleinste Gebot brecht und andere dazu ermuntert, dasselbe zu tun, werdet ihr auch die Geringsten im Himmelreich sein. Dagegen wird jeder, der die Gesetze Gottes befolgt und sie anderen erklärt, im Himmelreich groß sein. Matthäus 5, 19

Sie lassen sich in einer Art verblendeten Arroganz auch nicht auf den Gedanken ein, dass die gesamte Aussage so überhaupt keinen Sinn machen würde.

So ist nun die Liebe des Gesetzes Erfüllung

Römer 13,10
...So ist nun die Liebe des Gesetzes Erfüllung. Es ist eine der schweren Sünden vieler Theologen unserer Zeit, „Erfüllung" als „Beenden" zu erklären.
Die Bibel meint aber mit "Erfüllung" das "Vollfüllen" wie zum Beispiel einen leeren Krug mit Wasser "voll"-füllen.

 

So soll auch das Gesetz nicht leer sein, sondern mit Liebe erfüllt!

 

Auch ist die Übersetzung absolut nicht korrekt. Die urtextliche Wortstellung lautet:

 

 

gr:   η αγαπη τω πλησιον   κακον ουκ   εργαζεται
lat:
  dilectio proximo   malum non   operatur
dt:
Die 
Liebe dem Nächsten
  Böses nicht   verrichtet
                                  
gr:
  πληρωμα ουν   νομου   η
 αγαπη
lat:     plenitudo ergo   legis est
 
dilectio
dt:     Erfüllung also   des 
Gesetzes ist
die  Liebe

 

 

Für die Richtigkeit dieser Übersetzung verbürge ich -Peter Schreiber- mich vor Gottes Angesicht!

Erfüllung also des Gesetzes  ist [die] Liebe. Diese richtige Wortstellung zeigt die Wahrheit deutlicher. Diese Wortstellung will nicht die Frage aufgeworfen haben, was Liebe ist, sondern was die Vollfüllung des Gesetzes ist.

 

Auch das lateinische "Plenitudo" zeigt deutlich den Sinn!

 

Noch im Deutschen Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm wird unter "Vollheit" plenitudo, fulheyt genannt:

 

VOLLHEIT, f., eigenschaft, zustand des vollseins, fülle mhd. wb. 3, 362b; LEXER 3, 443; JELINEK 880; mnd. vulheit SCHILLER - LÜBBEN 5, 552a; mnld. vol-, vulheit VERWIJS-VERDAM 9, 837; plenitudo, fulheyt DIEFENBACH gl. 442a; ubertas, volheit 608a; copia, volhait nov. gl. 113a; vollheit, plenitudo STIELER 2390; völle, völligkeit, vollheit, pienezza KRAMER 2, 1211c; ADELUNG; CAMPE. -- das im nhd. im ganzen seltene wort hat einschränkung des gebrauchs erfahren, und zwar auf die bedeutung des voll-, gefülltseins in eigentlicher und in freier anwendung, dagegen bezeichnet es nicht mehr wie in älterer sprache reichlichen vorrat, überflusz, reichthum wie fülle.

 

1)  vollheit, das voll-, angefülltsein: wenn man schwehre und vollheit des magens ... in der umgangssprache ist vollheit ganz gebräuchlich, wenn es sich auf das angefülltsein eines raumes mit menschen bezieht: es war gestern im theater eine erdrückende vollheit; ... -- auf geistiges bezogen: seine seele, sagte ich, ist voll von diesem ton, von dieser sprache, diesem sylbenmaasze; sie glühet, sie musz kalt werden, wenn er dieser vollheit sich begibt GLEIM bei BÜRGER 460a Bohtz. -- vollheit der zeit. öfters in älterer zeit, aus der bibel stammend...

 

2)  im älteren ahd. wird vollheit am häufigsten in prägnanter bedeutung des vollseins (s. voll 9) gebraucht, im sinne von betrunkenheit; diese anwendung ist auch der jetzigen umgangssprache geläufig. -- ebrietas, vollheit, volkeit DIEFENBACH gl. 193c, vinolentia, volheit von wyn 620b; vollheit, ebrietas STIELER 2390; für vollheit taumeln, titubare di ebbrezza KRAMER 2, 1211c; ADELUNG giebt nur diese bedeutung an (etwas in der vollheit thun), die er aber als selten bezeichnet; s. MARTIN-LIENHART 1, 110b; wb. d. luxemb. mundart 471b. -- schem worde wyken der vulheit unde bolschap, sermo pudens Baccho cedit Venerique malignae TUNNICIUS sprichw. nr. 9 H.; item bitter mandel verhüten auch gessen die volheyt S. FRANCK sprichw. (1541) 1, 30b; in vollheit gibt sich mancher blosz MOSCHEROSCH ges. 2, 754 (1650);...

3)  vollheit gegenständlich zusammenfassend, menge, fülle, dann auch eingeengt fülle des vorrats, der güter des lebens, reichthum, überflusz: virgultum, volheit der roiden, dar vele roiden wassen DIEFENBACH gl. 622a; di vir bucher der vir êvangelisten, di dô heizen daz plenarium: die volleheit der evangelia myst. 1, 210, 22 Pf.;...

 

Die heutige falsche Wortstellung unserer Übersetzungen impliziert ja regelrecht den Irrtum, dass Liebe ein von Gott akzeptierter Ersatz für das Halten der Gebote sei.

Hier werden Liebe und Gebotehalten gegeneinander ausgespielt.

Leider wird dadurch bei etlichen der Blick für den biblischen Zusammenhang verstellt.

Dass beides zusammengehört, wird dadurch noch leichter übersehen, als es eh schon geschieht.

Gibt es denn historische Belege dafür, dass die Christen die Gebote gehalten haben? Ja, und zwar sehr viele. Keine seriöse Glaubensgemeinschaft kann leugnen (und tut es auch nicht), daß Urchristen immer die Gebote Gottes gehalten haben (zum Beispiel auch Sabbathalten und Bilderverbot). Natürlich kommen die modernen Theologen sofort mit ihren Geschützen: Heißt es nicht in Römer 14,5 :

 

"Der eine hält einen Tag für höher als den andern; der andere aber hält alle Tage für gleich. Ein jeder sei in seiner Meinung gewiss..."

 

Wie kann denn -könnte man jetzt denken- das Halten des Sabbats für Gott wichtig sein, wenn doch eben gesagt wurde: Der eine hält einen Tag für höher als den andern; der andere aber hält alle Tage für gleich. Ein jeder sei in seiner Meinung gewiss. ...

Ja liebe Leute, wo redet denn dieser Text von der Abschaffung der 10 Gebote?

 

Wir wissen ja aus den Briefen des Paulus, welche Sitten sich in manchen Gemeinden einschlichen: Galater 4,10-12 —Ihr haltet bestimmte Tage ein und Monate und Zeiten und Jahre. —Ich fürchte für euch, daß ich vielleicht vergeblich an euch gearbeitet habe. —Werdet doch wie ich, denn ich wurde wie ihr, liebe Brüder, ich bitte euch...

Sie hielten „bestimmte Tage ein und Monate und Jahre". Allein der Kontext beweist schon, dass Paulus nicht das Halten des wöchentlichen Sabbats kritisiert hat (...und Monate und Jahre...).

 

Der Sabbat

 

Außerdem bleibt der Sabbat bestehen, ansonsten würde Jesus ja nicht in einer Endzeiterklärung sagen: "Bittet aber, dass eure Flucht nicht geschehe im Winter oder am Sabbat. " [Matth. 24,20]

 

Wenn der Sabbat nicht mehr gelten würde, wäre dieses Jesus-Wort unsinnig, und außerdem brauchten die Sabbatgegener ja dann auch den Sonntag nicht!!

 

Manche sagen:


Ja aber es heisst doch in Kolosser 2,16:

 

So lasst euch nun von niemandem ein schlechtes Gewissen machen wegen Speise und Trank oder wegen eines bestimmten Feiertages, Neumondes oder Sabbats.

 

Zunächst muss die Frage gestellt werden, wie man darauf kommt, dass Paulus in seinen Aussagen die Worte Jesu aus Matth. 24, 20 (siehe oben) außerkraft setzen wollte. Erst dann versteht man besser, dass die Bibelstellen, die immer angebracht werden, dies doch garnicht aussagen!

 

Man beachte das Fehlen eines Artikels vor "Sabbats"! Stünde dort:
"...Neumondes oder des Sabbats", dann wäre alles anders.

 

Folglich ist hier nicht die Rede vom Wochensabbat! Es heißt „wegen eines bestimmten Feiertags, Neumondes oder Sabbats" (Es gibt ja alle Arten von Sabbaten in Israel).

Der Grundgedanke von Kolosser 2,16

Wenn man den Grundgedanken von Kolosser 2,16 ausgefaltet denkt, müsste er so geschrieben sein:

 

So laßt euch nun von niemandem ein schlechtes Gewissen machen wegen Speise und Trank oder wegen eines bestimmten Feiertages, [eines bestimmten] Neumondes oder [eines bestimmten] Sabbats.

 

Und zwar deshalb, weil der Einschub "eines bestimmten" ja wie eine Formel auf alle folgenden Satzelemente hinauswirkt.

 

Es würde ja ansonsten heißen: „wegen eines bestimmten Feiertags, Neumondes oder des Sabbats"!

Nur die Anwendung des Artikels würde eine Deutung auf den Wochensabbat begründen. 

 

Ein Beispiel aus der Praxis: In diesem Jahr (2008) fiel der höchste israelische Nichtsiebtetag-Sabbat, Jom Kippur, auf Donnerstag den 09. Oktober.
Zwei Tage später folgt der "normale" Sabbat. Übrigens, eine gleiche Konstellation bestand zur Zeit der Kreuzigung Jesu. Jesus wurde am Mittwoch gekreuzigt, wie das Neue Testament uns aufzeigt; es gab dort -getrennt durch einen Wochentag- zwei Sabatte nacheinander; nämlich am Donnerstag (nach unserem Verständnis: von Mittwoch Sonnenuntergang bis Donnerstag Sonnenuntergang) und am normalen Sonnabend (also von Freitag Sonnenuntergang bis Sonnabend Sonnenuntergang). Das stimmt auch überein mit der Ankündigung Jesu, er würde 3 Tage und 3 Nächte im Grab sein. Die Karfreitagslegende der Kirchen stimmt rechnerisch nicht.

 

Doch nun eine Denkaufgabe an alle, die gern einen Schritt weiterdenken

Nehmen wir dann einmal an, dass Röm. 14,5ff mit der Aussage "Der eine hält einen Tag höher als den andern, der andere aber hält alle Tage für gleich" tatsächlich auf den Wochensabbat abzielen würde -wie gesagt, nur angenommen-, dann vergessen ja die Kritiker dass Paulus ja gerade nicht das macht, was einige so gern herauslesen: Paulus stellt sich -theologisch gesehen- nicht mal auf eine der beiden Seiten und lässt auch keine weitere Kritik verlauten. Ganz im Gegenteil: Sein Resümee ist genau umgekehrt indem er sagt:          

Der eine hält einen Tag für höher als den andern; der andere aber hält alle Tage für gleich. Ein jeder sei in seiner Meinung gewiss. Wer auf den Tag achtet, der tut's im Blick auf den Herrn ..."

 

Seht ihr, liebe Brüder, wenn Vers 5b und 6 gelten sollen, ist es ja genau verkehrt, diejenigen die etwas halten (hier im Beispiel ist es ein Tag, nämlich der Sabbat) anzugreifen. Nicht umsonst folgt ja unmittelbar in Vers 10: "Du aber, was richtest du deinen Bruder? Oder du, was verachtest du deinen Bruder?"

Und kommt denn den GdG nicht seltsam vor, wie mild Paulus das alles sagt und explizit den, der den Tag hält, in Schutz nimmt! (Vers 6)

Also wie gesagt, selbst wenn der Abschnitt auf den Wochensabbat abzielen würde (bzw. den Sonntag, wie manche meinen), gäbe das niemandem das Recht, auf Geschwister einzuhacken, die den Sabbat halten (oder eben den Sonntag -diese Frage wird separat geklärt-).

 

In einem Traktat einer Gemeinde aus Sachsenheim wird gedroht:


Wenn ich mich unter Beobachtung des Sabbaths stelle, bringe ich mich unter das Gesetz, das mir nur Verdammnis bringen kann der Sünde wegen, und als Endziel den Zorn Gottes (Röm.4,15). Da ist keine Vergebung. Es ist gefährlich, Gottes Gnade zu verdunkeln!...

 

Seht doch, ihr Lieben, wo die Schrift sagt, "ein jeder sei seiner Meinung gewiss", wird heute von den GdG gedroht. Und zwar mit Absprechung der Vergebung und folgender Verdammnis. Ist das nicht ein starkes Stück?

 

Aber sagt Paulus nicht ganz klar?: Galater 5. 1ff -Zur Freiheit hat uns Christus befreit! So steht nun fest und lasst euch nicht wieder das Joch der Knechtschaft auflegen! -Siehe, ich, Paulus, sage euch: Wenn ihr euch beschneiden lasst, so wird euch Christus nichts nützen. -Ich bezeuge abermals einem jeden, der sich beschneiden lässt, dass er das ganze Gesetz zu tun schuldig ist. -Ihr habt Christus verloren, die ihr durch das Gesetz gerecht werden wollt, und seid aus der Gnade gefallen. Denn wir warten im Geist durch den Glauben auf die Gerechtigkeit, auf die man hoffen muss. -Denn in Christus Jesus gilt weder Beschneidung noch Unbeschnittensein etwas, sondern der Glaube, der durch die Liebe tätig ist.-Ihr lieft so gut. Wer hat euch aufgehalten, der Wahrheit nicht zu gehorchen? -Solches Überreden kommt nicht von dem, der euch berufen hat. -Ein wenig Sauerteig durchsäuert den ganzen Teig. Ich habe das Vertrauen zu euch in dem Herrn, ihr werdet nicht anders gesinnt sein. Wer euch aber irremacht, der wird sein Urteil tragen, er sei, wer er wolle.-Ich aber, liebe Brüder, wenn ich die Beschneidung noch predige, warum Ieide ich dann Verfolgung? Dann wäre das  Ärgernis des Kreuzes aufgehoben. Sollen sie sich doch gleich verschneiden lassen, die euch aufhetzen!-Ihr aber, liebe Brüder, seid zur Freiheit berufen. Allein "seht zu, daß ihr durch die Freiheit nicht dem Fleisch Raum gebt; sondern durch die Liebe diene einer dem andern. —Denn das ganze Gesetz ist in einem Wort erfüllt, in dem (3. Mose 19,18): «Liebe deinen Nächsten wie dich selbst!»

 

Klar sagt Paulus das, aber warum fällt niemandem auf, dass Paulus nicht sagt: Wer auch nur einen Punkt des Gesetzes hält, müsste dann logischerweise das ganze Gesetz halten. Er ist aus der Gnade gefallen..."sondern: „Wer sich beschneiden lässt..." ??
Kaum einem heutigen Christen ist klar, dass Paulus die „Beschneidung" nicht etwa als ein Beispiel hinstellt, wohin wir nun ersatzweise auch alle anderen Möglichkeiten einsetzen könnten - so nach der Art:

 

„Wer den Sabbat hält, ist aus der Gnade gefallen",

„Wer seine Eltern ehrt, ist aus der Gnade gefallen",

„Wer irgendein Gebot hält ist aus der Gnade gefallen",

usw.  sondern dass Paulus ganz präzise und explizit die Beschneidung meint, nämlich als Bundeszeichen des alten Bundes, dem wir nicht mehr angehören. Denn wer den alten Bund eingeht, muß ihn dann auch halten! Wir aber sind getauft in Christus, welches unser Bundeszeichen ist.


Jedem müsste doch auffallen, dass Christen, falls Paulus die Kritik an der Beschneidung nur als Beispiel meinen würde, eine Frage hätten!

 

Nämlich:

Wenn Paulus mit der Kritik an der Beschneidung eigentlich die Gebote Gottes im Ganzen meinen würde, warum sagt er es denn nicht ein einziges Mal und warum fällt ihm dann nie ein anderes "Beispiel" als immer nur die Beschneidung ein?

 

Die Antwort liegt in Verbindung mit 2. Kor. 7,19 klar auf der Hand.


Gerade Paulus verweist doch auf den Inhalt der 10 Gebote, als er davon spricht, dass die Liebe die Erfüllung ist! Römer 13,8-10

-Seid niemandem etwas schuldig, außer, dass ihr euch untereinander liebt; denn "wer den andern liebt, der hat das Gesetz erfüllt. -Denn was da gesagt ist (2. Mose 20,13-17): «Du sollst nicht ehebrechen; du sollst nicht töten; du sollst nicht stehlen; du sollst nicht begehren», und was da sonst an Geboten ist, das wird in diesem Wort zusammengefasst (3. Mose 19,18): «Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.» -Die Liebe tut dem Nächsten nichts Böses. So ist nun die Erfüllung des Gesetzes die Liebe.

Lasst uns doch vernünftig werden. Jesus hat uns doch deutlichgemacht, dass das ganze Gesetz an zwei Geboten hängt: Matthäus 22. 34-40 -Als aber die Pharisäer hörten, dass er den Sadduzäern das Maul gestopft hatte, versammelten sie sich. - Und einer von ihnen, ein Schriftgelehrter, versuchte ihn und fragte: Meister, welches ist das höchste Gebot im Gesetz? - Jesus aber antwortete ihm: «Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt» (5. Mose 6,5). - Dies ist das höchste und größte Gebot. - Das andere aber ist dem gleich: «Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst» (3. Mose 19,18). - In diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten. " Das höchste Gebot ist, den Herrn zu lieben von ganzem Herzen usw. Dann aber sollst du deinen Nächsten lieben... Fragt euch doch ganz ehrlich. Wir haben zwei Tafeln der 10 Gebote: Die erste Tafel, die unser Verhältnis zu Gott betrifft und die zweite Tafel, die unser Verhältnis zum Nächsten betrifft!
Was bedeutet denn nun :"Liebe deinen Nächsten..." Doch nicht die Aufhebung der 2. Tafel!

Sondern wenn ich meinen Nächsten liebe, kann ich ja nicht der 2. Tafel trotzen und somit töten, begehren, stehlen. So lebt die 2. Tafel in unseren Herzen und wird nicht umgekehrt! Doch lebt diese 2. Tafel aus Liebe („Erfüllung") und nicht aus Buchstabentreue. (Wie ein Musiker, der seine Melodie nun ohne Noten spielt; nicht aber ein anderes Lied!)
Das meinte die Schrift, als sie sagte: 2. Korinther 3. 5-6 Nicht dass wir tüchtig sind von uns selber, uns etwas zuzurechnen als von uns selber; sondern dass wir tüchtig sind, ist von Gott, -der uns auch tüchtig gemacht hat zu Dienern des ''neuen  Bundes, nicht des Buchstabens. sondern des Geistes. Denn der Buchstabe tötet, aber der Geist macht lebendig. Der Buchstabe tötet, heißt doch nicht, dass wir nun gegen das Gesetz handeln sollen, nur um zu beweisen, dass wir in der Gnade Christi leben!
Bleiben wir doch vernünftig. Redet nicht die Schrift vom großen Abfall?
2.Thess 2,3 :Lasst euch von niemandem verführen, in keinerlei Weise; denn zuvor muß der Abfall kommen ...Sagt nicht Jesus von der Zeit seines Kommens: Lk 18.8 :...Doch wenn der Menschensohn kommen wird, meinst du, er werde Glauben finden auf Erden? ...Wenn aber der heilige Geist in uns bewirkt, dass wir unseren Nächsten lieben wie uns selbst; und wenn das logischerweise nicht die 2. Tafel zu Fall bringt (sondern sie mit Liebe erfüllt), wie soll denn dann unsere Liebe zu Gott sein, wenn wir glauben, dass diese Liebe die 1 .Tafel außerkraft setzt? Das kommt nicht von dem, der uns berufen hat, sondern ist der Geist des Widersachers, der großen Hass hat auf alles was da Gottes ist, besonders auf die Gebote. Warum sagt denn Johannes in seiner Offenbarung Offb 14,12 ...Hier sind, die da halten die Gebote Gottes und den Glauben an Jesus. Jetzt muß sich jeder entscheiden, denn das Ende ist nah!

Entweder gilt die heilige Schrift oder wir machen immer so weiter als das Christentum, das die törichten Jungfrauen darstellt. Das Schlagwort: „Freiheit vom Gesetz" ist doch kein Freibrief, Gottes Wort zu missachten. Danken wir lieber täglich unserem Herrn, dass er uns vom Gesetz Mose befreit hat, aber als Kinder Abrahams haben wir doch auch ein Gesetz, wie ich darlegte: .Mose 26.5: weil Abraham meiner Stimme gehorsam gewesen ist und gehalten hat meine Rechte, meine Gebote, meine Weisungen und mein Gesetz. Das war doch 430 Jahre vor Moses! (Galater 3,17) Liebe Brüder, ich will nach menschlicher Weise reden: Man hebt doch das Testament eines Menschen nicht auf, wenn es bestätigt ist, und setzt auch nichts dazu. - Nun ist die Verheißung Abraham zugesagt und seinem Nachkommen. Es heißt nicht: und den Nachkommen, als gälte es vielen, sondern es gilt einem: «und deinem Nachkommen» (1. Mose 22,18), welcher ist Christus. - Ich meine aber dies: Das Testament, das von Gott zuvor bestätigt worden ist, wird nicht aufgehoben durch das Gesetz, das vierhundertdreißig Jahre danach gegeben worden ist, so dass die Verheißung zunichte würde. - Denn wenn das Erbe durch das Gesetz erworben würde, so würde es nicht durch Verheißung gegeben; Gott aber hat es Abraham durch Verheißung frei geschenkt...

War denn Abraham gesetzlos wenn die Schrift sagt, er hielt Gottes Gesetz? Ist Abraham nun nicht unser Vater? Jak 2,21: Ist nicht Abraham, unser Vater, durch Werke gerecht geworden, als er seinen Sohn lsaak auf dem Altar bereit gewesen war, zu opfern? 2,22 Da siehst du, dass der Glaube zusammengewirkt...So lasst uns auch so glauben wie er und nicht Gottes Gesetz verstoßen.

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