Theologie

Die Gesetzlichkeit

Eine schwierige Materie

 

Kein Begriff ist in den letzten Jahrzehnten von gewissen christlichen Kreisen mehr missbraucht worden als der Vorwurf der Gesetzlichkeit. Ohne zu verstehen, was das Neue Testament [konkret Paulus] damit wirklich meint, wird der Begriff "Gesetzlichkeit" als Schlagwort gegen jedweden Gehorsam gegenüber Gottes Wort verwendet.

Weil in dieser Darlegung immer wieder ein Begriff benutzt werden muss, um die Gegner des Gebotehaltens zu benennen und weil bestimmte Begriffe wie "Evangelikale" und ähnliche schnell auch Christen treffen, die nicht gemeint sind, soll hier das Kürzel GdG (Gegner des Gebotehaltens)  verwendet werden.
Ohne sich einmal intensiv mit der gesamten Bibel zu befassen, wird in einer schon fast krankhaft-manischen Weise eine Hetze und Lächerlichmachung gegen alle Christen betrieben, die das Wort Gottes ernstnehmen und -soweit es ihnen möglich ist- im praktischen Leben umsetzen.
 
Die Hauptunterstellung der GdG zielt auf den Gedanken ab, dass Christen, die die Gebote der Bibel halten möchten, dies aus Angst tun, ansonsten nicht gerettet zu sein. Und zwar mit der Intention, dass sie sich ihr Seelenheil damit vor Gott verdienen wollen [und somit die Gnade Jesu, der uns durch seinen Tod am Kreuz errettet hat, infrage stellen]. Natürlich kann ein Christ die Auffassung vertreten, dass sein Seelenheil auch vom Halten der Gebote abhängt; dies meint er doch aber nicht als im Gegensatz zur Gnade Jesu, sondern als im Gegensatz zu Jesu Worten, [nämlich dass seine Jünger die Gebote halten werden, ansonsten sie Gefahr laufen, am Jüngsten Tag von Jesus als "ihr wart nie meine Jünger" abgewiesen zu werden];  z.B. Matthäus 7,21-23

"Es werden nicht alle, die zu mir sagen: Herr, Herr! in das Himmelreich kommen, sondern die den Willen tun meines Vaters im Himmel. Es werden viele zu mir sagen an jenem Tage: Herr, Herr, haben wir nicht in deinem Namen geweissagt? Haben wir nicht in deinem Namen böse Geister ausgetrieben? Haben wir nicht in deinem Namen viele Taten getan? Dann werde ich ihnen bekennen: Ich habe euch nie gekannt, weichet von mir, ihr Täter der Gesetzlosigkeit" [griech.: anomia]

Insofern ist ein Ungehorsam gegenüber dem Wort Gottes für Christen schon ein Grund, nachdenklich zu werden, um zu prüfen, ob sie wirklich Gottes Willen tun.
Dass es diesen Gedanken gibt und geben sollte ist den  GdG  ganz fremd. Sie kennen nur die immer gleiche Unterstellung, nämlich dass ernste Christen die Gebote halten wollen und gute Werke erbringen wollen -so wie es Gott ja auch verlangt- um damit davon abzulenken, dass sie lieblose und im Grunde ihres Herzens verknöcherte, scheinheilige Menschen sind.
Die Problematik wegen der Gesetzlichkeit kann nicht losgelöst werden vom Thema "Gebotehalten".
Daher muss der Leser vorab einen Kursus machen zum Thema Vom Gebotehalten!

Es geht nur so.

Von dort wird, wenn nötig, zum Thema Gesetzlichkeit verlinkt werden!
Im Kapitel "Vom Gebotehalten" wollen wir lernen, dass Gebotehalten nicht mit Gesetzlichkeit gleichzusetzen ist, sondern eine von Gott eingeforderte Haltung darstellt.


Was aber ist denn eigentlich Gesetzlichkeit?
Was Gesetzlichkeit ist, lässt sich nicht losgelöst erklären von der Frage, ob Gebotehalten Gesetzlichkeit ist. Und zwar, weil große Teile der Christenheit eingeimpft bekommen haben, dass es so ist. Wenn der Leser nicht den Lehrbrief  Vom Gebotehalten durchstudiert hat, macht es keinen Sinn, hier weiterzulesen, weil er von Gedanken zu Gedanken unterstellen würde, dass ich irre!

Man kann es so vergleichen: Ein katholischer Christ weigert sich, ein Buch zu lesen, dass kein Imprimatur hat. Weil: Das könnte ja ein Feind der Kirche geschrieben haben! Immer wenn er wirklich einer Sache aufdengrundgehen will, sucht er ein Lehrbuch mit Imprimatur. Nur so ist er sicher -das hat er gelernt-, dass Wahrheit verbürgt ist. Der Gedanke, dass wenn er in einer irrenden Kirche wäre, er ja gerade nur mittels Aussagen ohne Imprimatur weiterkäme, käme ihm dann so vor, als wenn man ihn vom Glauben abbringen wolle. Den Hinweis, dass das Lesen eines nichtkatholischen Buches nicht schlimm sein kann ["Prüft alles und das Gute behaltet", 1.Thess 5,21 wird er ablehnen, da er denkt, dass ihn Satan dadurch in seine Fänge kriegen könnte. Die genannte Bibelstelle 1.Thess. 5,21 wiederum wird ihn nicht von seiner Meinung abbringen, der er glaubt, dass die Bibel im Glauben eine untergeordnete Rolle spielt...
Auf diese Weise ist ein Mensch ringsrum hermetisch abgeriegelt und keiner Belehrung zugänglich.

wird weiter bearbeitet...

Tags: Gesetzlichkeit, Evangelikale, Gesetzlosigkeit, anomia, Gebote, Bibel, Himmelreich